Duisburg: Fünf Millionen für Zoo
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 28.02.2008Duisburg (RPO). Das für zunächst fünf Jahre vereinbarte RWE-Sponsoring nimmt den Zoo-Verantwortlichen manche Sorge und soll dazu beitragen, den Tierpark noch attraktiver zu machen.
Achim Südmeier sah gestern mit dem Hering in der Hand nicht sonderlich glücklich aus. Denn wann lässt sich ein RWE-Vorstand schon mal mit einem Fisch ablichten, den er dann auch noch an einen hungrigen Meeressäuger verfüttern soll? Südmeier erledigte seine Aufgabe aber ganz zur Zufriedenheit von Ivo, dem Delfinherrn im Duisburger Zoo.
Gekommen war der Chef des Energiekonzerns allerdings, um einen noch sehr viel dickeren „Fisch“ als diesen Hering zu übergeben. Sein Besuch im Zoo war sichtbares Zeichen für eine Kooperation, die sich in dem neuen Namen „RWE-Delfinhaus“ für jeden Besucher sichtbar widerspiegeln wird, die vor allem aber die Zooleitung ausgesprochen glücklich macht. Fünf Millionen Euro überweist RWE in den nächsten fünf Jahren an den Kaiserberg-Tierpark, ein Sponsoring, eingestielt von der CDU-Ratsfraktionsvorsitzenden Petra Vogt und Oberbürgermeister Sauerland, das Zoodirektor Achim Winkler und seinen Mitarbeitern so manche Sorgen nehmen wird.
Zoo-Aufsichtsratsvorsitzender Artur Grzesiek und Achim Südmeier machten gestern deutlich, dass der RWE-Konzern zwar viel Geld gibt, nicht aber bestimmen will, wie es eingesetzt wird. Das könnten die Handelnden sicherlich sehr viel besser entscheiden, meinte Südmeier, der zuletzt als Kind den Tierpark am Kaiserberg besucht hatte. Er war von den Delfinen äußerst beeindruckt, wenn er auch bekannte, dass ihm die grauen Dickhäuter immer schon am besten gefallen haben. „Sie strahlen einfach so viel Ruhe und Souveränität aus.“
Der Zoo will das Geld zum Beispiel dazu nutzen, sich „allwetterfest“ zu machen, wie Artur Grzesiek erklärte. Noch mehr als heute sollen die Besucher die Chance haben, sich bei schlechtem Wetter in attraktiven Tierhäusern aufzuhalten. Der Aufsichtsrat werde ein Stufenkonzept erarbeiten, „das wir natürlich dem RWE-Vorstand vorstellen. Wir werden sehr konstruktiv zusammenarbeiten, um gemeinsam die Attraktivität des Zoos zu steigern“, so Grzesiek.
Südmeier bot an, dass der Zoo auf die Marketingkompetenzen des RWE zurückgreift, vor allem aber das fundierte Wissen des Konzerns um Energie-Einsatz nutzt. „Wir werden den Zoo dabei unterstützen, seine Energie effizienter einzusetzen“, kündigte Südmeier an. Denn für Strom, Gas und Wasser seien in einer derart großen Anlage gewaltige Aufwendungen nötig, und vielleicht ließe sich an der ein oder anderen Ecke wirkungsvoll ohne Qualitätsverlust sparen.
Unbedingt anschauen
Die rund eine Million jährliche Besucher des Duisburger Zoos haben seit gestern einen weiteren Grund zum Kaiserberg zu kommen. Er heißt Donna. Die junge Dame zog gestern erstmals vor Publikum im Delfinarium ihre Kreis, eng begleitet von Mutter Pepina.
Donna ist am 17. September vergangenen Jahres geboren worden, eine Monat nach Dolly, das Junge von Delfinmutter Delphi.
Erstmalig in der Geschichte des Duisburger Zoos und „nahezu einzigartig in Europa“, so Zoochef Winkler, ist die fast zeitgleiche Aufzucht von zwei Jungtieren gelungen.
Den Umzug vom Quarantänebecken in das große Schaubecken hat Donna bestens gemeistert. Ausgelassen flitzte sie gestern durchs Wasser, wagte übermütig erste Sprungversuche, und musste sich immer mal wieder einen sanften Schubser von Mutter Pepina gefallen lassen, wenn sie es arg zu doll trieb.
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