Duisburg: Für Freddy ist fair Pflicht
VON ANNIKA MATHEIS - zuletzt aktualisiert: 26.09.2006Duisburg (RPO). Tatort-Darsteller Dietmar Bär stattete der Kindernothilfe in Buchholz einen Besuch ab und probierte fair gehandelte Produkte. Er engagiert sich im Verein „Tatort – Straßen der Welt“. Prominenter Besuch bei der Kinder Nothilfe in Buchholz: Tatort-Kommissar Freddy Schenk, alias Dietmar Bär hatte sich ganz früh von Berlin aufgemacht, um in den Räumen an der Düsseldorfer Landstraße für „faire Produkte“ zu werben. Damit hatte die Kindernothilfe nicht nur einen Fernsehstar, sondern auch einen wahren Experten verpflichtet.
Denn zusammen mit seinem Schauspieler-Kollegen Klaus J. Behrendt, der mitkommen wollte, aber kurzfristig absagen musste, ist Bär als Mitglied im Verein „Tatort-Straßen der Welt“ aktiv. „Wir können unser Neon-Reklame-Gesicht doch problemlos zur Verfügung stellen“, ist seine einfache Erklärung für sein Engagement.
Dietmar Bär hat schon mehrfach Familien auf den Philippinen besucht. Ganz besonders erschüttert hat ihn dort das Schicksal der vielen Kinder, die in den Gefängnissen ihr Leben fristen müssen. Rund 20 000 Jungen und Mädchen, die als Prostituierte Geld für ihre Familien verdienen müssen, sind betroffen, einige von ihnen sind gerade einmal fünf Jahre alt. „Jedem deutschen Käfighuhn geht es besser“, schildert der 45-jährige Schauspieler sehr drastisch die Zustände in den Gefängnissen. Mit „fairem Handel“ könnten die Familien genug verdienen, um ihre Kinder nicht auf der Straße verkaufen zu müssen.
Kindernothilfe
Die Kindernothilfe betreibt etwa 100 Projekte in 27 Ländern. Sie unterstützt die Arbeit lokaler Gruppen wie beispielsweise den Verein „Tatort – Straßen der Welt“. Dieser setzt sich für die Verbesserung der Lebenssituation auf den Philippinen ein und ist aus einer Tatort-Episode hervor gegangen.
Zusammen mit der Organisation Preda und der Fairhandelsgenossenschaft dwp leisten die Tatort-Kommissare Schenk und Ballauf vor Ort und von Deutschland aus Hilfe für Kinder und Jugendliche ohne Perspektive. Dazu gehört ihr Kampf für fairen Handel, entstanden aus den Dreharbeiten für die Tatortfolge „Manila“ .
„Wenn Landwirte ihre Produkte zu fairen Preisen verkaufen können, schützt das die eigene Familie vor Ausbeutung. Je stabiler das familiäre Umfeld ist, desto weniger Kinder laufen Gefahr ausgebeutet oder selber kriminell zu werden“ erklärt Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe. Bürgermeisterin Doris Janicki mahnte: „Man muss immer wieder neue Impulse geben, die Kampagnen wiederholen und dafür sorgen, dass sie nicht in Vergessenheit geraten“. Und ließ es sich wie Dietmar Bär ganz nebenbei nicht nehmen, die kleinen Pumpernickelscheiben mit Lachs-Mango-Aufstrich zu probieren – natürlich fair gehandelte Produkte.
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