Duisburg: Gänsekot – einfach ekelig
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 23.06.2009Duisburg (RPO). Mehrere tausend Kanadagänse, die in Duisburg heimisch geworden sind, werden zum Problem. Ohne Gegenmaßnahmen wäre zum Beispiel der Wasserspielplatz an der Regattabahn schnell unbenutzbar.
Was kann man tun?
Abschießen: Als ultima ratio nur in Jagdzeiten oder mit Ausnahmegenehmigung möglich.
Nester ausnehmen: Wird vom Naturschutz nicht gern gesehen. Vertreiben: Verlagert das Problem.
Fütterungsverbot: Vertreibt die Gänse nicht, hilft aber gegen übermäßige Vermehrung.
Stadtdirektor und Umweltdezernent Dr. Peter Greulich hat ein Problem. "Von Nutzern der Spielplätze und Erholungssuchenden an den Wasserflächen gibt es Beschwerden über mit Gänsekot völlig verschmutzte Bereiche, von Naturschützern bekomme ich massiven Widerspruch, wenn es darum geht, die Bestände zu dezimieren." Die Rede ist von mehreren Tausend Graugänsen. Sie sind überall dort anzutreffen, wo es – möglichst kurz geschorene – Wiesen- und Rasenflächen an den Gewässern gibt. Zu den besonders betroffenen Bereichen gehören zum Beispiel die Sechs-Seen-Platte, der Uettelsheimer See, der Toeppersee oder der Wasserspielplatz an der Regattabahn. Dort stellte Greulich gestern neue Verbotsschilder auf. "Die Tiere fühlen sich hier wohl und vermehren sich natürlich erst recht, wenn sie zu allem Überfluss noch gefüttert werden", so der Umweltdezernent.
Mit den neuen Schildern soll noch einmal der Versuch gemacht werden, die Besucher vom Füttern der Wasservögel abzuhalten. Erst habe man bild- und wortreiche Schilder angebracht, als das nicht fruchtete, gab es den drakonischen Hinweis "Wasservögel füttern verboten!", nun gibt es grünes, minimalistisch gehaltenes Schild, das auf das Fütterungsverbot hinweist. "Ob das wirklich hilft, weiß ich allerdings auch nicht", meinte Greulich. Er wies darauf hin, dass auch die Ranger an der Regattabahn und die Mitarbeiter des Ordnungsamtes uneinsichtige Zeitgenossen gezielt ansprechen. Obwohl es seitens der Naturschutzverbände Hinweise gab, dass sich die Kanadagänse nur so weit vermehrten, wie es die Nistplätze zuließen, hätten die jüngsten Zählungen ergeben, dass sie sich ständig vermehrten. "Ob es jetzt 1500 oder schon 2000 oder noch viel mehr sind, vermag niemand so genau zu sagen", so Greulich.
Ideale Lebensbedingungen
Die Graugänse werden erschreckt, verscheucht, vertrieben, gejagt – und doch finden sie immer häufiger ideale Lebensbedingungen. "Ab Juli bekommen wir eine Ausnahmegenehmigung für die Jagd", erklärte Volker Heimann, Abteilungsleiter vom Amt für Umwelt und Grün. Es ginge nicht darum, die Bestände auszurotten, sondern in einem vernünftigen Rahmen zu halten. Heimann und Greulich betonten, dass Anlagen wie der Wasserspielplatz an der Regattabahn ohne Kontroll- und Reinigungsmaßnahmen ganz schnell unbenutzbar würden. "Der Kot ist einfach eklig", befand Greulich. Bei anhaltend heißem Sommerwetter bestünde dazu die Gefahr, dass die Gewässer stark mit Nitraten und Phosphaten belastet würden.
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