Duisburg: Geduld auf der Straße gefragt
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER UND MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 30.10.2009 - 10:19Duisburg (RPO). Die Autofahrer stöhnen: Zurzeit staut sich der Verkehr auf Duisburgs Autobahnen jeden Tag auf mehrere Kilometer Länge. Aber auch auf innerstädtischen Ausweichstrecken geht es häufig nur noch zäh voran.
"Die Strecke hat's in sich", sagt Norbert Cleve, Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW. Gemeint ist die A 59, die morgens von Norden Richtung Stadtmitte und nachmittags vor allem zwischen dem Kreuz Duisburg und dem Kreuz Duisburg hoffnungslos verstopft ist. Probleme macht zurzeit auch die Tatsache, dass die Ein- und Ausfahrt Duisburg-Ruhrort noch bis zum 9. November gesperrt ist. "
Der Fahrhbahnübergang an der Brücke ist schadhaft. Wir müssen daher den Verkehr einspurig vorbeileiten, und da kann eine Auffahrt einfach aus Sicherheitsgründen nicht aufrecht erhalten werden", so der Sprecher des Landesbetriebs. Zum Teil finden die Arbeiten auch unterhalb der Brücke statt, so dass man auf Anhieb gar nicht erkennt, warum hier ein Nadelöhr entsteht.
Gestern war wieder so ein Tag, der die Geduld der Autofahrer aufs Äußerste strapazierte. Schon am Morgen sorgte ein Unfall auf der A 2 bei Oberhausen-Königshardt, in den sechs Pkw und ein Kleintransporter verwickelt waren, für erhebliche Staus, unter anderem sechs Kilometer auf der A 42 zwischen dem Autobahnkreuz Duisburg-Nord und Oberhausen-Zentrum und sogar zwölf Kilometer auf der A 3 zwischen dem Autobahnkreuz Kaiserberg und dem Kreuz Oberhausen.
Eine Stunde unterwegs
Wie berichtet ist in diesen Tagen die Autobahnmeisterei mit Gehölzschnitt auf den Mittelstreifen unterwegs. "Wanderbaustellen" mit 300 Meter Länge gibt es auf fast allen Autobahnen in und um Duisburg. Dabei wird das Schnittgut direkt in einen Lkw geschreddert. Dafür wird die jeweils linke Fahrspur abschnittsweise gesperrt – trotz des Reißverschlussverfahrens bilden sich schnell Rückstaus. Warum diese Arbeiten ausgerechnet mit Beendigung der Herbstferien in Angriff genommen wurden, ist für viele Autofahrer nur schwer nachvollziehbar. "Ich brauche 45 Minuten mit der Linie 901 von der City nach Hause. Dazu kommen dann noch einmal eine Viertelstunde Fußweg. Wenn ich mit mit dem Auto fahre, bin ich im Moment genau so langsam", ärgerte sich gestern eine Duisburger Studentin. Sie war mit ihrem Frust nicht allein.
Wer gestern die stauträchtige A 59 innerstädtisch umfahren wollte, hatte ebenfalls schlechte Karten. Fast alle "Schleichstrecken" waren hoffnungslos verstopft. Vom Kaßlerfelder Kreisel beispielsweise gab es einen langen Rückstau auf der Ruhrorter Straße. Für den Duisburger Stauforscher Prof. Michael Schreckenberg ist die Entwicklung auf den Straßen nicht verwunderlich. Er sieht die Zustände auf der Stadtautobahn A 59 als Hauptursache für die Probleme auf den innerstädtischen Straßen. Für das Kreuz Duisburg-Nord fordert der Experte: "Die Situation dort muss entschärft werden. Die Kurve muss übersichtlicher und einsehbarer werden."
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