Duisburg: Genug Gas zum Heizen
VON CHRISTINA RENTMEISTER - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Duisburg (RP). Trotz der russischen Drosselungen kommt es in Duisburg nicht zu Engpässen bei der Gaslieferung. Der Schiffsverkehr wird hingegen durch das Eis auf den Kanälen gestört. Problematisch sind die Schleusen.
Minus zwölf Grad am Dienstagmorgen, die kälteste Nacht dieses Winters, zugefrorene Kanäle und Eisschollen auf der Ruhr – die Kältewelle in Deutschland nimmt kein Ende. Aber gilt Gleiches auch für die Gasvorräte? Das werden sich in den vergangenen Tagen auch viele Duisburger gefragt haben. Schließlich hat der russische Gaslieferant Gazprom seine Lieferungen zeitweise um ein Drittel gekürzt. Doch Thomas Nordiek, Sprecher der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft, kann beruhigen: "Wir haben Verträge mit verschiedenen Vorlieferanten, die ihr Gas aus mehreren Regionen beziehen und die uns die vertraglich zugesicherte Menge Gas, wie üblich, zuführen." Für den Notfall können die Lieferanten zudem auf Vorratsspeicher zurückgreifen.
Daher käme es auch durch den kältebedingt hohen Gasverbrauch zu keinen Engpässen. Während an Wintertagen mit Plusgraden rund neun Millionen Kilowatt Gas verbraucht werden, liegt der derzeitige Gasverbrauch bei den Duisburger Stadtwerken bei fast 20 Millionen Kilowatt. Damit seien die Kapazitäten aber noch nicht erreicht, so dass den Haushalten ausreichend Gas für ihre Heizungen zur Verfügung steht. Auch für den üblichen Betrieb des Kraftwerks Wanheim fließe genug Gas, so Nordiek.
Versorgungsengpässe anderer Art könnten durch die zunehmend gefrorenen Wasserwege entstehen. So kam es seit Montag zu Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs auf dem Rhein-Herne-Kanal. "Wir können nur noch Schiffe von höchstens 135 Metern Länge schleusen, da die Schiffe das Eis vor sich herschieben und dann für die Schleuse zu lang sind", sagt Klaus Fähnrich vom Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich. Zugverbände, die in der Regel 186 Meter lang sind, müssen daher entkoppelt und einzeln geschleust werden.
Dadurch komme es zu längeren Wartezeiten, so Fähnrich. Er geht zudem davon aus, dass in den nächsten Tagen der zweite zur Verfügung stehende Eisbrecher auf dem Rhein-Herne-Kanal eingesetzt werden muss. Seit dem Wochenende sorgt bereits auf dem Wesel-Datteln-Kanal ein Eisbrecher für freie Fahrrinnen.
Geringe Einschränkungen
"Bei anhaltender Kälte wird sich die Situation zwar weiter zuspitzen, ich bin aber positiv gestimmt, dass wir den Schiffsverkehr aufrechterhalten können und es nur zu geringen Einschränkungen in unserer Region kommt", sagt Fähnrich. Die Eisschollen auf der Ruhr machen ihm bisher noch keine Sorgen.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







