Duisburg: Georg Adler macht den Rühmann
VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012Duisburg (RP). Zum 110. Geburtstag von Heinz Rühmann hat der Schauspieler und Rezitator Georg Adler ein neues Programm zusammengestellt. Unter dem Titel "Kleiner Mann ganz groß" tritt er damit am 7. März in Hochheide und am 18. April in Friemersheim auf.
Homberg Pünktlich zum 110. Geburtstag von Schauspieler Heinz Rühmann hat sich der Schauspieler und Rezitator Georg Adler seines Lebenswerkes angenommen.
Wer bei Heinz Rühmann spontan nur seine Hauptrolle als Pfeiffer in "Die Feuerzangenbowle" vor Augen hat, irrt über die Vielschichtigkeit dieses frühen "Comedian". "Viele fragen: Was machst du denn beim Rühmann, der hat doch gar keine Gedichte geschrieben", gesteht Adler lachend. Dabei gebe es "unendlich viele Anekdoten aus seinem Leben, Ausschnitte aus Theaterstücken. An Material mangelt es bei Rühmann nicht."
Etliche Biografien gelesen
So wird man zum Beispiel von Adler viel über die Flugleidenschaft Rühmanns erfahren. Während seiner Recherche entdeckte Adler nämlich auffallend viele Parallelen zu dem Mann, den er als Schauspielerschüler früher selbst zum Vorbild hatte. "Man spult das eigene Schauspielerleben ab und sucht Berührungspunkte", erklärt Adler seine Vorgehensweise. Etliche Rollen spielten beide einmal im Laufe ihres Lebens. "Er ist der ewige Lausbub, das gefällt mir an ihm", gesteht Adler.
Heinz Rühmann
Heinz Rühmann wurde am 7. März 1902 als Sohn des Hoteliers Hermann Rühmann und dessen Frau Margarethe in Essen geboren.
1919 verlässt Rühmann die Realschule und tritt der Münchner Laienspielbühne bei.
1920 ergattert Heinz Rühmann seine erste Nebenrolle in den Theaterstücken "Rose Bernd" von Gerhart Hauptmann und "Die Büchse der Pandora" von Frank Wedekind in Breslau.
1930 gelingt ihm mit "Die Drei von der Tankstelle", einem der ersten deutschen Tonfilme, der Durchbruch als Filmschauspieler.
1994 stirbt er am 3. Oktober in Berg am Starnberger See.
"Rühmann empfand das Theater als letzten Schlupfwinkel, wo man die Kindheit in die Tasche steckt und nie wieder vergisst", gibt Georg Adler eine Lebenseinstellung wieder, in der er sich nach eigenen Angaben auch selbst wiederfindet. Außerdem hadern beide etwas mit ihrer eigenen Körpergröße. Rühmann war nur 1,65 Meter groß. Adler bringt es auf knapp über 1,70 Meter.
Einen Unterschied konnte Adler jedoch bei der Lektüre etlicher Rühmann-Biografien ausmachen: "Rühmann war Genauigkeitsfanatiker, übte oft stundenlang vor dem Spiegel. Da bin ich nicht so, ich liebe auch meine Freizeit", gesteht Adler lachend.
Das "unnachahmliche Lächeln in den Augen" fasziniert Adler an Heinz Rühmann. Außerdem sein feiner Sinn für Humor. "Seine Komik ist nicht überzogen. Er war nie derjenige, der sich neben den Stuhl setzen musste, damit die Leute lachen. Sein Humor ist von feinerer Art", bescheinigt ihm Adler.
Genau an Heinz Rühmanns 110. Geburtstag am Mittwoch, 7. März, ist Georg Adler um 19.30 Uhr mit seinem Programm in der Bezirksbibliothek in Homberg-Hochheide, Ehrenstraße 20, zu sehen. Am Mittwoch, 18. April, 19 Uhr, besteht dann beim 18. Literaturmenü des Freundeskreises lebendige Grafschaft im Friemersheimer Lehrerhaus, Friemersheimer Straße 21, noch einmal die Chance, Adler mit seinem Programm zu erleben.
Übrigens: Das Programm zum 110. Geburtstag von Heinz Rühmann findet auch für Georg Adler in einem runden Geburtstagsjahr statt. Der Rezitator wird in diesem Jahr 75 Jahre alt.
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