Duisburg: Geschenkte Kunst aus Stahl
VON PETER KLUCKEN - zuletzt aktualisiert: 01.11.2007Duisburg (RPO). Hans Grothe hat die „5 Bögen“ des bekannten Künstlers Bernar Venet, die auf dem König-Heinrich-Platz stehen, gekauft, um sie der Stadt als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen. Der Dezernent lässt das „Geschenk“ prüfen.
Hans Grothe
Der Duisburger Immobilienunternehmer Hans Grothe hatte eine riesige Kollektion mit Werken deutscher Gegenwartskunst gesammelt, die im eigens dafür errichteten Museum Küppersmühle ausgestellt wurde. Im Sommer 2005 hat Grothe diese Sammlung an das Ehepaar Ströher (Wella-Erben) verkauft, das ebenfalls eine große Kunstsammlung besitzt. Es kam zur „Fusion der Sammlungen Grothe und Ströher“.
Kulturdezernent Karl Janssen ist sich im Klaren darüber, dass sich einige Duisburger an dem „Geschenk“ reiben werden. Aber das sei gut so, meinte er auf unsere Anfrage. Fakt ist: Der Duisburger Immobilienmakler und (ehemalige) Kunstsammler Hans Grothe hat die tonnenschwere Stahlinstallation „5 Bögen“ des international bekannten Künstlers Bernar Venet gekauft. Grothe hat angeboten, die Arbeit, die zur Zeit auf dem neu gestalteten König-Heinrich-Platz vor der Mercator-Halle beziehungsweise dem Stadttheater steht, der Stadt für 20 Jahre als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen. Grothes Bedingung ist: Die „5 Bögen“ müssen an zentraler Stelle ausgestellt bleiben, und die Stadt hat, wenn sie die Arbeit als Dauerleihgabe übernimmt, für die Erhaltung der Skulptur zu sorgen.
Janssen sagte gegenüber der RP, dass er sich über das Engagement Grothes für die Stadt grundsätzlich freue. Auch sei er, Janssen, davon überzeugt, dass ein solches Kunstwerk gut zur Stadt Duisburg passe, für die der Stahl eine große Rolle spiele. Die Frage sei nun, ob und wie die Politik bei der Entscheidungsfindung einbezogen werden müsse. Es sei zu klären, so Janssen, in welcher Höhe der Stadt in den kommenden 20 Jahren Kosten bei der Pflege der Skulptur entstehen können.
Ein weiterer strittiger Punkt könnte hinzukommen: Der Standort der Skulptur. So hieß es bei der Rezension der Venet-Ausstellung in unserer Zeitung, dass die gegenwärtige Platzierung der „5 Bögen“ die Sichtachse Königstraße–Stadttheater stört.
Über das Werk selber schrieben wir am 8. September zum Auftakt der Duisburger Venet-Ausstellung: „Die genau berechneten Kreis-Strukturen bekommen durch ihre spezifische Anordnung etwas Tänzerisches. Venet gelingt das Kunststück, sympathische Leichtigkeit wie bei den Reigenbildern von Henri Matisse mit der ’trägen Masse’ Stahl zu verbinden.“
Auch in den Augen des Künstlers ist der gegenwärtige Standort der „5 Bögen“ nicht optimal. Bernar Venet selber hätte seine 4,50 Meter hohe Arbeit am liebsten auf den neuen Grasflächen des König-Heinrich-Platzes aufgestellt. Gegen diesen Plan legten allerdings die Statiker ihr Veto ein.
Wie eng Grothe seine Bedingung „Aufstellen der Venet-Arbeit an einem zentralen Platz“ mit dem König-Heinrich-Platz verbunden wissen will, ist noch nicht geklärt.
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