Duisburg: Greifvogel-Jäger jagt weiter
VON SINA ZEHRFELD - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Duisburg (RPO). Baerl Im Baerler Busch wird offenbar weiter illegal nach geschützten Gereifvögeln gejagt. Die Naturschutzorganisation "Komitee gegen den Vogelmord" habe bei einer Kontrolle festgestellt, dass eine Ende Januar entdeckte Falle wieder betrieben werde, teilte der Verband mit. Als herbei gerufene Polizeibeamte die Fangöffnung der Konstruktion mit einem Brett abdeckten, sei der mutmaßliche Fallensteller, ein Jäger, erschienen und habe sich "lautstark" über den Einsatz beschwert. Die Duisburger Kreisjägerschaft distanziert sich ausdrücklich von der Raubvogeljagd und dem Verdächtigen.
In dem Waldstück am Lohheider See hatten Polizei und Umweltschützer am 31. Januar einen verletzten Habicht aus dem mehrere Quadratmeter großen Käfig gerettet (wir berichteten). Durch eine Öffnung im Dach hatte der Habicht zwar hinein, aber nicht mehr heraus fliegen können. In der Voliere dienten Hühner scheinbar als lebende Köder.
Keine rechtliche Grauzone
Gegen den mutmaßlichen Fallensteller war nach der Entdeckung Anzeige erstattet worden. Dennoch hätten die Naturschützer die Falle nun "erneut aktiviert und beködert vorgefunden", so das "Komitee gegen den Vogelmord". Der verantwortliche Jäger habe angekündigt, sich über das Eingreifen der Polizei beklagen zu wollen: Sein Vorgehen sei in seinen Augen völlig legal.
Für Monika Gasser-Westenberger von der Kreisjägerschaft ist das unbegreiflich. "Dieser Jäger und sein Jagdaufseher sind nicht bei uns in der Kreisjägerschaft", stellt sie klar. "Wären sie es doch, würden wir sie rauswerfen. Wir lehnen solche Fallen und generell das Verfolgen geschützter Tiere kategorisch ab." Da gebe es auch keine Grauzone und keinen Ermessensspielraum: "Wenn Greifvögel verfolgt werden, ist das illegal. Man darf Greifvögel nicht bejagen. Punkt." Darüber gebe es unter seriösen Jägern keine Diskussionen.
Raubvögel seien überdies wichtig für das ökologische Gleichgewicht in der Natur, und gerade der Habicht beispielsweise extrem selten: "Ich freue mich über jeden Greifvogel, den ich sehe." Angesichts des erneuten Polizeieinsatzes fordert das "Komitee gegen den Vogelmord", dass die Anlage im Baerler Busch sofort abgerissen wird.
Umweltministerium informiert
Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden: "Anstatt auf Einsicht zu hoffen, sollten die Behörden hier sofort die Jagderlaubnis entziehen." Das städtische Veterinäramt, die Untere Jagdbehörde und das Umweltministerium seien informiert.
Bisherige Berichterstattung unter www.rp-online.de/duisburg
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