Duisburg: "Großes Kino" auf der Insel
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 21.11.2009Duisburg (RPO). Das Team der Berliner Landschaftsarchitekten Barbara Hutter und Stefan Reimann gewannen den Wettbewerb zur Gestaltung des Parks auf der Mercatorinsel in Ruhrort. Noch fehlt es allerdings am Geld zur Umsetzung ihrer Pläne.
Ausstellung
Alle 18 Arbeiten des Wettbewerbs sind zurzeit in der Liebfrauenkirche zu sehen. Die Ausstellung ist bis zum 29. November täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Fachkundige Führungen gibt es am 20. November, 15.30 Uhr und 24. November, 16.30 Uhr.Infos bei Ralf Panning unter Tel. 0203 2832798.
Manchmal ist weniger auch mehr. Das gilt auch für den siegreichen Entwurfs des landschaftsarchitektonischen Wettbewerbs für die rund sieben Hektar auf der Spitze der Mercatorinsel. Als "karg, knapp und minimalistisch" bezeichnete die Jury-Vorsitzende Prof. Ulrike Beuter den Entwurf, den die Hauptstädter "großes Kino" nennen.
Die Architekten verzichteten auf allzu große gestalterische Elemente eines Parks, in dem aufgrund der Hochwassersituation keine Bäume wachsen können. Ausgangspunkt ihre Überlegungen war die Tatsache, dass die Insel selbst nichts bietet – außer einer fantastischen Umgebung mit der Ruhrmündung, dem Blick auf Schiffe und Wasser, das Ruhrorter Hafenpanorama und das Museumsschiff Oscar Huber. "Bei ersten Erkundungen auf der Inselspitze fällt vor allem eins auf: Nichts. Da ist viel Weite, Freiheit, Offenheit. Die Insel gibt nichts vor, außer ihrer äußeren Form. Und genau darin liegt die Qualität des Ortes."
Genau diesen Gedanken habe man aufnehmen wollen, erläuterte Stefan Reimann. Eine große Wiese in der Mitte nimmt die Freiräume auf und setzt sie fort. Gleichzeitig bietet sie Besuchern die Möglichkeit zu verweilen. Auch als Veranstaltungsfläche ist diese Stelle geeignet. Ein Rundweg könnte von Ruhrort über eine neue Fußgängerbrücke durch das geplante "duisport sky center" und den neuen Park bis an die Inselspitze und am anderen Inselufer wieder zurückführen.
Große Freitreppen an beiden Seiten sollen den Blick auf den Strom beziehungsweise auf Ruhrort ermöglichen. Hier werde die Insel, die früher immer nur von anderen Ufern beobachtet werden konnte, nun selbst zu einem Ort der Beobachtung – "großes Kino" eben.
Stadtdirektor Dr. Peter Greulich bezifferte die Kosten der Umsetzung auf rund 15 Millionen Euro. Realisiert werden kann das Vorhaben nur, wenn das Land mit einer 90-prozentigen Förderung in die Bresche springt. Aber auch dann müsste die Stadt noch ihren Anteil erbringen. Ob dies nun als "freiwillige Leistung" zählt oder als unabdingbarer Beitrag zum Strukturwandel, ist fast egal: Die Stadt hat kein Geld.
Deshalb könnten auch private Investoren der Stadt unter die Arme greifen, so Greulich. Dann hofft der Stadtdirektor auf eine Fertigstellung im Jahr 2012: "Dann ist das Mercatorjahr. Und ein neuer Park im Mercatorjahr auf der Mercatorinsel – das hätte doch was."
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