Duisburg: Grüne gründen Ortsverband
VON HANS-ULRICH KRESS - zuletzt aktualisiert: 11.04.2011Duisburg (RPO). Der Duisburger Süden ist für die Grünen ein schwieriges Pflaster. Hier gehören der Partei gerade mal 37 von derzeit rund 300 Mitgliedern in ganz Duisburg an.
Dabei häufen sich gerade im Süden die aus grüner Sicht wichtigen Themen: Da drohen die Co-Pipeline und der Bau des Kohlekraftwerks im benachbarten Uerdingen. "Und über eine schnöde Verwaltungsvorlage zu einer Nutzungsänderung der in Wanheim ansässigen Gesellschaft für Nuklearservice, die sich mit der Verpackung von schwach und mittelstark verstrahltem Müll beschäftigt, haben wir ein weiteres brennendes Thema auf den Tisch bekommen", sagt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Dr. Birgit Beisheim.
Näher an die Basis rücken
Um näher an die Basis und die dort geführten Diskussionen heranzurücken, hat sich jetzt im Caritascentrum Süd der Ortsverband Süd von Bündnis 90 / Die Grünen in Duisburg gegründet. Zu Sprechern wurden Anna von Spiczak und Sebastian Ritter gewählt. Ihnen zur Seite steht bei der Vorstandsarbeit als Kassiererin Dr. Birgit Beisheim. Noch unbesetzt ist die Position des Schriftführers, der in einer späteren Versammlung gewählt werden soll.
Als Gastrednerin für die Gründungsversammlung konnte die frühere NRW-Umweltministerin und heutige Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn gewonnen werden. "Ich bin Duisburg aufs engste verbunden. Ich bin gern in Duisburg. Hier habe ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin zehn Jahre an der Uni gearbeitet", erklärte die Oberhausenerin bei ihrer Begrüßungsansprache.
Gastrednerin Bärbel Höhn
Auch sprach sie ihre Erfolge bei der Umsetzung eines Luftreinhalteplans für den Duisburger Süden in ihrer Zeit als NRW-Ministerin an. "Wir konnten den Ausstoß an Dioxinen und Furanen um 95 Prozent senken. Es wurden Luftfilter eingebaut und viele Arbeitsstätten überdacht, damit keine Umweltgifte freigesetzt werden können", wies die frühere Umweltministern auf Erfolge grüner Politik hin.
Als weiteren Meilenstein in Duisburg nannte sie den Neubau der Thyssen-Kokerei. Sie warb zudem für eine Neuausrichtung der Energiepolitik: Mit Blick auf die Atomkatastrophe in Japan müsse noch schneller aus der "Hochrisikotechnik" ausgestiegenen werden, forderte Höhn.
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