Duisburg: Gut gerüstet für die Radtour
VON STEFAN OSSENBERG - zuletzt aktualisiert: 23.05.2009Duisburg (RPO). Fahrrad-Fachhändler Helmut Kuhnen kennt die Probleme, mit denen sich Radfahrer Jahr für Jahr herumschlagen müssen, wenn sie ihr Zweirad aus dem Keller holen. Jetzt gibt der 61-jährige passionierte Fahrradfahrer unseren Lesern ein paar Tipps für die Fahrradsaison mit auf den Weg.
Buchholz Im Frühling lockt das schöne Wetter nach draußen. Für die Duisburger, die sich wieder auf ihren Drahtesel schwingen wollen, hat Helmut Kuhnen ein paar Tipps. Denn einem Platten oder anderen unliebsamen Vorkomnissen während einer Radtour lässt sich durch einfache Maßnahmen fast komplett vorbeugen. So wird das Fahrradfahren zur Freude, und nicht zur Qual mit ungewissem Ende.
Vor der Tour alles überprüfen
"Wenn man jetzt das Fahrrad aus dem Keller holt, dann sollte man erst einmal den Staub vom Zweirad entfernen, dafür reicht ein alter Lappen, den man vorher ein wenig befeuchtet", sagt Kuhnen. "Danach sollte man ans Eingemachte gehen." Der Fahrradhändler, der mit seinem Familienunternehmen an der Sittardsberger Allee sitzt, meint damit den Funktionstest des Fahrrades. Denn über den Winter könne Rost und Schmutz so einiges bewirkt haben, was sich später rächen könnte.
Zweirad Kuhnen
Das Fachgeschäft "Zweirad Kuhnen" liegt an der Sittardsberger Allee 21 in Buchholz und wird von Helmut Kuhnen schon in der dritten Generation geführt.
Das Geschäft hat immer rund 2000 Fahrräder auf Lager und bietet neben einem Reparaturservice auch die Möglichkeit, einen richtig passenden Sattel mit einem sogenannten Satteltester herauszufinden. Weitere Informationen gibt es im Internet unter
"Als aller Erstes sollte man überprüfen, ob die Bremsscheiben abgefahren sind, wenn dies der Fall ist, sollte man sich neue Bremsgummis beim Fachhändler besorgen", so das 61-jährige ADFC-Mitglied. "Danach sollte man ausprobieren, ob die Lichtanlage des Fahrrads noch funktioniert. Da kann schon mal der Dynamo ausgeleiert sein oder nicht mehr richtig Kontakt zum Reifen haben."
Dann sei es Zeit den Luftdruck auf den Reifen zu prüfen und eventuell nachzupumpen. "Ich empfehle meinen Kunden immer, sich eine gute Pumpe für Daheim anzuschaffen, die kleinen Einhandpumpen sind wirklich nur für den Notfall."
Ansonsten gehören nach Meinung des Fahrradhändlers auch Flickzeug, Werkzeug und ein Ersatzschlauch in die Fahrradtasche. "Heutzutage gibt es ja schon Reifen, die eigentlich unkaputtbar sind. Wenn man die nicht kaufen will, dann sollte man wenigstens für den Notfall gerüstet sein. Dafür gibt es heute neuartige, selbstklebende Flicken. Die Zeiten als vorsorglich ein Klebegemisch in den Reifen gesprüht wurde, damit es keinen Platten gibt, die sind schon lange vorbei."
Aber mit den selbstklebenden Flicken könnten auch ungeübte Fahrradfahrer eine Panne beheben, so Kuhnen. Als Werkzeug empfiehlt der Ladeninhaber ein Pocketwerkzeug, das auf den ersten Blick so ähnlich aussieht wie ein Schweizer-Taschenmesser. "Da ist eigentlich alles dran, was man so braucht", erklärt Kuhnen. Das einzige, was man noch zusätzlich gebrauchen kann, ist ein Reifendemontierhebel, aber damit muss man vorsichtig sein." Denn ein falsches Benutzen dieses Werkzeuges führe dazu, dass man beim reparieren selbst Löcher in das Gummi des Reifen stechen würde.
"Und das ist ja nicht Sinn der Sache", so Kuhnen. Zum Schluss sollte man auch einmal einen Blick auf die Kette werfen. "Dabei sollte man darauf achten, dass die gut geölt ist. Auf jeden Fall sollte man beim einölen auf Spezial-Öl zurückgreifen. Ansonsten läuft man Gefahr, dass die Kette durch die falsche Flüssigkeit verdreckt und das Schaltwerk der Gangschaltung nicht mehr richtig arbeiten kann."
Helm und Schloss nicht vergessen
Doch bevor Duisburger nach den Einstell- und Wartungsarbeiten aufs Rad steigen, gebe es zwei wichtige Dinge, an die sie denken sollten, findet der Geschäftsinhaber.
"Die Auswahl an Helmen nimmt immer mehr zu. Um seinen Kopf bei Stürzen zu schützen, ist es auch für Erwachsene sinnvoll, sich einen Helm anzuschaffen. Denn auch bei geringen Geschwindigkeiten könne es zu schwerwiegenden Verletzungen kommen. Womit man sich auch beschäftigen sollte, ist die Sicherheit des Fahrrads. Bügelschlösser sind sehr effektiv, aber sehr schwer auf dem Rad unterzubringen. Momentan geht der Trend hin zu Zollstockschlössern", so Kuhnen.
Denn diese könnten gut zusammengelegt werden und würden genauso guten Schutz bieten. "So ein Rad ist ja auch ein Wertgegenstand. Und wenn man schon soviel Arbeit reinsteckt, dann ist es doch blöd, wenn es nachher weg ist."
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