Wahlabend im Rathaus: Gute Stimmung ist anders
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 10.05.2010 - 00:32Der Wahlausgang war im Rathaus Grund für viele Diskussionen und eher seltener zu ausgelassener Freude. Die Sozialdemokraten rätselten über mögliche Koalitionen, die Liberalen über die Chancen für ihren „Holger“.
So richtige Stimmung gab es am Abend im Rathaus nicht. Dort hatte die Stadt ein Wahlzentrum eingerichtet, um geladenen Gästen möglichst zeitnah aktuelle Ergebnisse aus dem Stadtgebiet präsentieren zu können. Gekommen waren nahezu alle örtlichen Landtagskandidaten, dazu einige Ratsmitglieder und Verwaltungsmitarbeiter, an ihrer Spitze Oberbürgermeister Sauerland.
Nette Worte von Link und Walsken
Während die beiden (wiedergewählten) SPD-Landtagsabgeordneten Sören Link und Gisela Walsken ein paar nette Worte mit den Linken wechselten, hielten sich Grüne und CDU-Vertreter eher auf Distanz. SPD-Parteichef Ralf Jäger war in Düsseldorf unabkömmlich, stand aber mit seinen Duisburger Parteifreunden ständig im telefonischen Kontakt. Der West-Kandidat Rainer Bischoff ließ sich in Rheinhausen feiern. Und auch sein CDU-Herausforderer Fischer fand den Weg über den Rhein gestern nicht.
Je deutlicher auf den aufgebauten Bildschirmen abzulesen war, wie sich die Fraktionen im Landtag aufstellen werden, desto mehr wurde im Rathaus diskutiert, welche Koalitionen denn wohl eingegangen werden. Und immer wieder fiel der Begriff von den „Duisburger Verhältnissen“, die in Düsseldorf nun Einzug halten werden. Bekanntlich kann die SPD am Burgplatz nur den Ton angeben, wenn es ihr gelingt, Linke und Grüne mit ins Boot zu nehmen.
Wenn gestern im Rathaus Jubel aufbrannte, dann vor allem aus der Ecke der Linken, die nun in der Stadt wohl noch deutlicher ihre breite Brust zeigen werden. Immerhin haben sie seit gestern eine eigene Abgeordnete im Landtag sitzen.
Und wenn es in einer Ecke richtig traurige Gesichter gab, dann in der der FDP. Denn zumindest am gestrigen Abend wollte aus ihren Reihen dem liberalen Landtagsangeordneten und Süd-Kandidaten Holger Ellerbrock keiner auf die Schulter klopfen und ihn mit einem ermutigenden „Das klappt mit Sicherheit noch“ fröhlich stimmen. So, wie es aussieht, wird der Duisburger nicht mehr in das Düsseldorfer Parlament einziehen. Mit seinem 14. Listenplatz wird er wahrscheinlich haarscharf scheitern. Mal die nächstenTage abwarten! Endgültig „draußen“ ist er noch nicht.
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