Duisburg: Guter August keine Rettung
VON TIM HARPERS UND TOBIAS SCHREINER - zuletzt aktualisiert: 18.07.2012Duisburg (RP). Der Sommer lässt auf sich warten. Gastronomen und Badbetreiber stecken wegen des Wetters in finanziellen Schwierigkeiten. In den Kaufhausregalen stapelt sich die Sommerbekleidung.
Beim Reiseunternehmen Alltours ist man bester Stimmung. Während ein Großteil der Duisburger unter dem anhaltenden Regenwetter leidet, boomt das Urlaubsgeschäft offensichtlich. Es läuft sogar so gut, dass das Unternehmen fünf zusätzliche Maschinen für "Regenflüchtlinge" aus dem Ruhrgebiet einsetzen will.
"Unsere Kunden glauben nicht mehr an einen guten Sommer", sagt Willi Verhuven, Geschäftsführer von Alltours. "Der Andrang auf unsere Reisebüros ist dementsprechend groß. Wir reagieren nur auf die Nachfrage."
Gähnende Leere
Den Daheimgebliebenen bleibt angesichts der Regengüsse oft nur die Flucht aufs eigene Sofa. Wo sich sonst in Duisburg Badebegeisterte und Ausflügler gegenseitig auf den Füßen stehen, herrscht gähnende Leere. Freibäder und Biergärten bleiben geschlossen.
"Unsere einzigen Gäste sind derzeit Wildgänse", klagt Frank Skruba vom Verein Poseidon, der das Freibad am Wolfssee betreibt. "So kann das nicht weitergehen. Das rechnet sich irgendwann einfach nicht mehr." Ähnlich äußert sich auch Thomas Kolaric vom Hotel- und Gaststättenverband Nordrhein.
Für Biergartenbetreiber sei dieser Sommer eine Katastrophe, so der Verbandsvertreter. Selbst ein guter August könne die bisherigen Verluste nicht mehr ausgleichen. Auch Achim Winkler, Direktor des Duisburger Zoos, macht das Wetter große Sorgen. "Unsere Besucherzahlen sind den Verhältnissen entsprechend niedrig", sagt Winkler. "Es braucht schon mehr als ein paar gute Tage, um die Leute wieder zu einem Zoobesuch zu bewegen."
Die Niedrigtemperaturen haben auch Einfluss auf den Duisburger Handel. In den Schaufenstern der Stadt findet man jetzt immer häufiger große Rabattschilder mit Nachlässen von bis zu 40 Prozent. Kaufhäuser wie Galeria Kaufhof verzeichnen große Verluste im Bereich der Sommerbekleidung. "Es ist klar, dass bei 15 Grad niemand Sommerkleider mit Spaghetti-Trägern kauft", gesteht Johanna Groeneweg, Geschäftsführerin von Kaufhof.
Es gebe jedoch einen Unterschied zwischen Herren- und Damenbekleidung, gibt die gebürtige Niederländerin zu bedenken. Da Frauen oft auf Vorrat kaufen, seien die Verluste hier nicht besonders gravierend. Bei der Herrenbekleidung dagegen muss das Unternehmen große Umsatzeinbußen hinnehmen.
"Männer kaufen spontan ein, je nach Lust und Laune und speziell nach Wetterlage.", so Groeneweg. Die Kaufhäuser haben sich bereits auf die Situation eingestellt. Die Herbstkollektion mit dicken Wollpullis und Regenmänteln füllt bereits die Regale.
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