Duisburg: Häkeltiere und Staubpartikel
VON SANDRA KAISER - zuletzt aktualisiert: 27.11.2008Duisburg (RPO). Vier Künstlerinnen des Duisburger Künstlerbundes stellen ab heute in der Galerie Rheinhausen in der Bezirksbibliothek an der Händelstraße 6 eine Auswahl ihrer Werke aus. Die Eröffnung ist um 19.30 Uhr. Die Ausstellung läuft noch bis Freitag, 9. Januar.
Eine der Künstlerinnen ist Ulrike Waltemathe, die ihr Atelier in der Duisburger City an der Goldstraße hat. Auf den ersten Blick sehen ihre Kunstwerke aus wie bunte Kuscheltiere für Kinder. Sie sind gehäkelt und mit Watte gefüllt. Es gibt sie in allen möglichen Farben und Formen.
„Häkeln macht mir eigentlich gar keinen Spaß“, gibt Waltemathe unumwunden zu. Doch sie habe sich nun einmal für diese Technik entschieden, da dies die beste Methode sei, ihrer Faszination von biologischen Strukturen Ausdruck zu verleihen.
Privatfotos bei Ebay ersteigert
Elisabeth Höller hat die Fotografie für sich entdeckt. Insgesamt 300 Fotos zeigt sie ab heute in der Bezirksbibliothek – allesamt ersteigert beim Internet-Auktionshaus Ebay. Es handelt sich um Privatfotos, wie sie wohl bei jeder Familie zu Hause im Album kleben: Schnappschüsse aus dem Urlaub, das erste Auto, der Vater beim Würstchengrillen, die die Mutter mit ihrer 70er-Jahre-Lockenperücke. „Es ist Wahnsinn, was man bei Ebay alles findet“, sagt die Rheinhauser Künstlerin. Eine Frau sei sogar mehrmals auf Fotos von Sammlungen zwei ganz unterschiedlicher Anbieter aufgetaucht. „Da war ich schon sprachlos“, so Höller.
Regine Strehlow-Lorenz beschäftigt sich in ihrem Teil der Ausstellung mit dem Thema Vergänglichkeit. „Alle meine Werke sind Spuren gelebten Lebens“, erklärt sie. Die Materialien, die sie verwendet, stammen alle aus ihrer direkten Umwelt. Durch leichte Veränderung oder Vervielfältigung bringt die Dinslakener Künstlerin sie in einen neuen Kontext.
Da sind zum Beispiel zwei Angelkoffer, in dem alte Gedichte und Fotografien abgelegt sind. Eine Bodeninstallation besteht aus den Seiten alter Bücher, die eingewickelt und mit Wachs überzogen wurden. Daneben befinden sich – die tüchtige Hausfrau wird es vielleicht erkennen – gepresste Staubpartikel aus dem Wäschetrockner. An der Wand darüber hat Regine Strehlow-Lorenz das Abfallmaterial von Porree-Stangen in einem Kunstwerk verarbeitet.
Die Düsseldorfer Künstlerin Andrea Bender, die ihr Atelier in Mündelheim im Duisburger Süden hat, stellt zwei großformatige Gemälde aus, die zusammen gehören. Eines zeigt zwei Soldaten auf einer Bank, das andere eine Militärparade. Zum Inhalt mag die 35-Jährige nicht viel sagen – nur so viel: „Jeder muss selbst für sich interpretieren, was er dort sieht.“
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