Duisburg: Harsche Absage an Mingas
VON SINA ZEHRFELD - zuletzt aktualisiert: 02.09.2009Duisburg (RPO). Ein Kraftwerk wäre zu laut, das ganze Mingas-Projekt umweltschädlich. Der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde hat sich geschlossen gegen ein Grubengaskraftwerk im Binsheimer Feld ausgesprochen.
Baerl Der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde hält überhaupt nichts von den Mingas-Plänen für Baerl. Er hat das Projekt, im Binsheimer Feld ein Grubengaskraftwerk zu errichten, bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig abgelehnt.
"Wir haben schon im vergangenen Jahr Fragen an den Antragsteller" – also die Firma Mingas – "gerichtet, die nicht beantwortet wurden", begründete der Beirats-Vorsitzende Johannes Meßer das einhellige Votum. "Die wichtigste Frage war: Warum kann man das Vorhaben nicht an anderer Stelle realisieren?" Das Gremium hätte gerne gewusst, weshalb man das unter Baerl verborgene Gas nicht durch Rohrleitungen wegleiten könnte, zum Beispiel zum Schacht Gerdt.
Das Gremium
Der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde setzt sich zur Hälfte aus Landschafts-Nutzern, zur Hälfte aus Landschafts-Schützern zusammen. Er hat ausschließlich beratende Funktion, das heißt: Seine Beschlüsse sollen die Behörde in ihrer Entscheidungsfindung unterstützen. Sie sind in keiner Weise bindend.
"Massive Beeinträchtigung"
Und schließlich erwartet der Beirat durch ein mögliches Kraftwerk eine "massive Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und eine Verlärmung des Flora-Fauna-Habitat-Gebietes", so Meßer weiter. Das Binsheimer Feld ist Teil des durch die Europäische Union ausgewiesenen Vogelschutzgebietes: "Es ist aus Sicht des Beirates unerklärlich, warum man da am Lärmschutz spart."
Die Firma Mingas führte an, unterstützt durch in ihrem Auftrag angefertigte Gutachten, dass lediglich ein kleiner Bereich des Areals beeinträchtigt werde. "Das ist aus unserer Sicht keine plausible Argumentation", wischte Meßer diesen Punkt vom Tisch: "Da könnte sich ja jeder drauf berufen – so lange, bis das ganze Gebiet entwertet ist."
Die Mitglieder der Bürgerinitiative "Kein Grubengaskraftwerk in Baerl" glauben darüber hinaus, dass Mingas gesetzliche Grenzwerte für die Freisetzung von Formaldehyd und Stickoxiden nicht einhalten kann. "Die Mengen der Schadstoffe, die von der Anlage ausgehen, sind erheblich", sagte Sprecher Thomas Balitzki-Schulze von der Initiative. Und die Annahme, dass der Wind überwiegend von der Wohnbebauung weg wehe, sei "nicht nachzuvollziehen" – wenn er zu Hause seinen Grill anwerfe, sei das jedenfalls nicht so.
Ob die Grubengas-Gegner mit ihrer Meinung Recht haben, dazu nahm der Beirat nicht Stellung. Er machte aber seine generelle Position klar: "Gesetzliche Grenzwerte sind einzuhalten."
Johannes Meßer macht sich über die Wirkung des einhelligen Votums keine großen Illusionen. "Üblicherweise hat das nicht viel Gewicht", stellt er fest. "Man kann nur darauf bauen, dass unsere Sichtweise in die Entscheidungen der politischen Gremien eingeht."
"Ein kleiner Etappensieg"
"Das hat zumindest eine Signalwirkung in Richtung Stadt. Uns stärkt das den Rücken", bewertete Thomas Balitzki-Schulze den Vorgang. So wie auch seine Mitstreiterin Alexandra Erwig: "Das war ein kleiner Etappensieg."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






