Duisburg: Heimatfreunde retten Kran
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 29.11.2007Duisburg (RPO). Der historische Kran der Plange-Mühle ist restauriert. Franz Gerd Gehnen, Archivar des Freundeskreises Historisches Homberg, hat sich mehrere Jahre lang für den Erhalt des Stahlriesen eingesetzt.
Und wieder ist ein Stück Homberger Geschichte gerettet. Der alte Kran der Plangemühle am Rheinufer ist restauriert. Die „Abnahme“ hat gerade stattgefunden – zur allgemeinen Zufriedenheit. Und Franz Gerd Gehnen, Archivar des Freundeskreises Historisches Homberg kann einen Schlusstrich ziehen unter ein Projekt, das ihn über mehrere Jahre beschäftigt hat.
Um ein Haar wäre der aus den 30er Jahren stammende Lastenkran, mit dem früher Getreidesäcke von Schiffen gehoben wurden, abgerissen worden. Ähnlich war es schon mit anderen Kränen passiert. „Dabei gibt es so etwas weit und breit nicht mehr!“, sagt Gehnen. Er schaltete den Denkmalschutz ein, nervte und kämpfte so gut es ging. Mit Erfolg: Der Kran wurde gerettet, unter Denkmalschutz gestellt.
80 Bittbriefe geschrieben
Allerdings blieb er zunächst, wie viele andere Denkmäler, in einem höchst beklagenswertem Zustand. Bis in die 50er Jahre in Betrieb, rostete er seit Jahrzehnten vor sich hin und verfiel zusehends. Rund 65 000 Euro Kosten wurden für die Restaurierung errechnet. Nur einmal musste der Freundeskreis Historisches Homberg ein noch teureres Projekt stemmen: Das war „Komps Traut“, der Brunnen auf dem Bismarckplatz, der rund 150 000 D-Mark verschlang.
Bedeutend
Ein Gutachter schrieb: „Der Kran . . . ist bedeutend für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse, weil er einer der wenigen noch unverändert erhaltenen Krane dieses Typs darstellt, die von den 1930er Jahren bis in die 1950er Jahre die Silhouette der Hafenanlagen entscheidend bestimmt haben . . . Auch die industriell genutzten Areale entlang des Rheins waren, neben den eigentlichen Hafenanlagen, geprägt von den gereihten Kranen; nur in wenigen Fällen sind die jedoch noch ältere Krantypen.“
„Ich habe rund 80 Firmen in Duisburg und Umgebung angeschrieben“, berichtet Gehnen. „Die meisten schrieben gar nicht erst zurück.“ Doch zum Glück sagte die Bezirksregierung einen hohen Betrag für die Kran-Restaurierung zu. Anderer „Hauptsponsor“ war die Plange-Mühle selbst. „Die Zusammenarbeit mit der Mühle war hervorragend“, lobt Gehnen. Die Restaurierung fügt sich auch gut ins Firmenjubiläum: Die Plange-Mühle (früher Küppersmühle) steht seit genau 100 Jahren am Homberger Rheinufer.
1,5 Tonnen Rost
Vorbei sind die Zeiten, da der Kran ein hässliches, rostiges Gestell war. In blauer Plange-„Hausfarbe“ neu gestrichen, erhebt er sich nun stolz über den Leinpfad. „Alles wurde vorher mit Wasserstrahl gesäubert“, berichtet Gehnen. „Anderthalb Tonnen Rost fielen dabei an.“ Maschinen- und Führerhaus wurden auf Vordermann gebracht, die Fensterscheiben allerdings durch Holz ersetzt – damit sie nicht gleich wieder von Vandalen eingeschmissen werden. Der Motor, mit dem der Kran früher gedreht wurde, blieb zwar erhalten, aus Sicherheitsgründen wurde der Kran allerdings in einer Position fixiert.
„Wir sind stolz darauf, dass wir das geschafft haben“, sagt Franz Gerd Gehnen. Nur einen kleinen Wunsch hat er noch: Ein Schild mit dem Namenszug des Kran-Herstellers DEMAG ist abhanden gekommen. Jetzt wolle er ein neues besorgen. Das wird für ihn doch wohl ein Kinderspiel sein!
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