Duisburg: Helfer sind selbst auf Hilfe angewiesen
zuletzt aktualisiert: 03.02.2010Duisburg (RPO). Angesichts der unvorstellbar grausamen Naturkatastrophe in Haiti erscheint es pietätlos, über Geld zu reden. Doch die private Hilfsorganisation I.S.A.R., die in Duisburg ihren Sitz und in Moers ihr Lager hat und deren ehrenamtliche Mitglieder vom gesamten Niederrhein stammen, kommt nicht darum herum.
Denn rund 60 000 Euro hat der Einsatz in der Karibik gekostet. I.S.A.R. kann aber nur auf die Spenden zurückgreifen, die auf das vereinseigene Konto eingezahlt werden und von denen vielleicht heute oder morgen schon wieder der nächste Einsatz bezahlt werden muss. Anders als Regierungsorganisationen profitiert der private Verein nicht von Millionenbeträgen aus groß angelegten und/oder vom Fernsehanstalten ausgestrahlten Spenden-Sammlungen.
Dabei sind gerade die I.S.A.R-Retter bei Erdbeben so etwas wie Ersthelfer. Je schneller sie am Katastrophenort eintreffen, desto größer die Chance, noch Überlebende in den Trümmer zu finden. Zwischen dem Erbeben in Haiti und dem dortigen Einsatz lagen fast vier Tage. Auch daran lag es, dass I.S.A.R nur noch Tote bergen konnte.
Vielleicht wären die Niederrheiner schneller am Ort gewesen, hätten sie einen eigenen Jet ordern können. Doch der hätte etwa 300 000 Euro gekostet und damit unerschwinglich viel. Wäre diesmal die Fluggesellschaft Condor nicht weit entgegengekommen, dann hätten die 60 000 Euro noch nicht einmal gereicht.
"Unser Problem ist, dass wir als eine der wenigen Organisationen, die in Haiti waren, nichts von der Spendenflut haben", sagt Dr. Daniela Lesmeister, Vorsitzende von I.S.A.R. Nach Haiti waren die Niederrheiner und Duisburger mit 31 freiwilligen Helfern und Hunden sowie sechs Tonnen Ausrüstung aufgebrochen. Eine Woche lang gruben sie sich durch die Schuttberge. Zu den körperlichen Belastungen kamen die seelischen. "Es war die Hölle auf Erden", hatte Pressesprecher Mark Rösen nach der Rückkehr erklärt. Nicht nur der Druck, keine Überlebenden mehr gefunden zu haben, lastete, auch der Anblick von Straßenzügen voller Leichen, von dem Elend der Überlebenden und von der Angst, als Hilfeüberbringer Opfer von gewalttätigen, weil verzweifelten Menschen zu werden.
Auch wenn die ganz große Spendenflut an I.S.A.R. vorbei geflossen ist, gab und gibt es in der Region immer wieder Rückhalt. Besonders gerührt hat Daniela Lesmeister der Brief einer Rentnerin. Sie schrieb, dass sie einen privaten Flohmarkt veranstaltet und 25 Euro eingenommen habe. Wegen ihrer privaten finanziellen Lage könne sie aber leider nicht mehr Geld überweisen. Solche Unterstützung macht der Vereinvorsitzenden Hoffnung, dass sie und ihre Vereinskollegen auch bei der nächsten Erdbebenkatastrophe wieder werden ausrücken können.
Wer ISAR unterstützen will, spende bitte auf folgendes Konto: Sparkasse Duisburg BLZ 350 500 00, Konto 020 012 028 5, Verwendungszweck "Spende"
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