Duisburg: Herbstputz am Henning-Denkmal
VON NILS HERRMANN - zuletzt aktualisiert: 29.10.2006 - 23:00Duisburg (RPO). Immer wieder Regen, und der Blick zum wolkenverhangenen Himmel verhieß nichts Gutes. Dennoch trafen am Samstagmorgen rund 20 Männer und Frauen des Bürgervereins Duissern am alten Wasserturm auf dem Kaiserberg ein, um ihr ehrenwertes Tagwerk zu beginnen.
Ein Tagwerk mit nunmehr vierjähriger Tradition. Es war das Jahr 2002, erzählte der erste Vorsitzende Günter Gillissen zurückblickend, in dem man das erste Mal auf den Kaiserberg stieg, um das damals total vermooste Julius-Curtius-Denkmal zu säubern. In den darauffolgenden Jahren erfuhren auch das Henning-Denkmal, der Gedenkstein für die im ersten Weltkrieg gefallen Soldaten des 193. Regiments und die Grotte am Kaiserberg eine Befreiung von der Jahrzehnte alten Patina. Wo die Natur ungestört wuchern konnte, erstrahlten die Geschichtszeugnisse in neuem Glanz.
Jetzt galt es das Henning-Denkmal und den Gedenkstein für die gefallenen Soldaten von den Mitbringseln der ersten Herbsttage zu säubern. Auch Bezirksvorsteher Heinrich Klose und Ratsherr Dieter Kleinbongardt packten beherzt mit an. „Der Kaiserberg soll wieder ein Ort für Sonntagsausflüge werden“, so Klose. Um dieses Ziel zu erreichen habe man in den letzten Jahren schon viel getan, berichtete er weiter. Ausgerüstet mit Besen, Rechen und Harken, die von der Initiative Sauberes Duisburg e. V. bereitgestellt wurde, fegten sie Herbstlaub sowie kleines Astwerk rund um die Denkmäler zusammen und stopften es in Plastiksäcke.
Neben der Denkmalpflege ist das größte und auch schwierigste Anliegen des Bürgervereins die Wiederherstellung des zerstörten Wasserturms mitsamt neuer Aussichtsplattform. „Leider fehlen uns Sponsorengelder“, erklärte Gillissen mit Blick auf den überwucherten Backsteinstumpf. Den Tatendrang der engagierten Duisserner konnte der traurige Anblick der Turmruine freilich nicht hemmen. Das alte Pumpenhaus ist schon wieder nutzbar. Anfang des Jahres unterzeichnete der Bürgerverein einen Nutzungsvertrag über das Gebäude mit den Wirtschaftsbetrieben. Danach renovierten die rührigen Vereinsmitglieder das von einem Brandschaden gezeichnete Pumpenhaus in Eigenregie und tauften es kurzerhand in „Haus am Wasserturm“ um.
„Dies soll einmal die Basisstation für Führungen über den Kaiserberg werden“, sagte Gillissen. Doch bis der erste Vorsitzende sein Wissen über Duisburgs berühmte Erhebung und seine Geschichte als ehemaliger Erholungspark an Ausflügler weitergeben kann und ein Blick auf die Stadt über die Baumkronen hinweg möglich sein wird, dürfte noch einige Zeit vergehen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







