Duisburg: Hier fließt zu wenig Blut!
VON KATHARINA SCHMELLER - zuletzt aktualisiert: 05.05.2009Duisburg (RPO). Zwar spendeten im vergangenen Jahr über 5800 Bürger ihren kostbaren Lebenssaft, doch der Bedarf war fünfmal so hoch. Das gute Beispiel: Der 68-jährige Klaus Basel wurde bereits 125 Mal zur Ader gelassen – und erhielt dafür jetzt eine besondere Auszeichnung.
Das Deutsche Rote Kreuz ehrte jetzt im Wohndorf Laar Duisburger Blutspender, die 2008 ihr Jubiläum feierten. Der Bedarf an Blutkonserven für Duisburger Krankenhäuser war im vergangenen Jahr fünfmal so hoch wie die Anzahl der Spender im Stadtgebiet.
Als Medizinstudent spendete Werner Mölders zum ersten Mal seinen Lebenssaft. Damals ging es ihm allerdings nicht nur darum, anderen Menschen zu helfen. "Von den 48 Mark Aufwandsentschädigung habe ich mir eine neue Jeans gekauft. Als Student leidet man ja unter chronischem Geldmangel", erinnert sich heute der Arzt und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Duisburg, Dr. Werner Mölders. 62 Duisburgern, die mindestens 50 Mal beim DRK Blut gespendet haben, überreichte er eine Auszeichnung und ein kleines Präsent als Anerkennung für die langjährige Unterstützung.
Zwischen 18 und 68
Spenden kann jeder, der gesund und zwischen 18 und 68 Jahre alt ist und mehr als 50 Kilogramm wiegt. Neuspender sollten jedoch nicht älter als 59 Jahre alt sein.
Derzeit werden besonders Menschen mit Blutgruppen mit dem Merkmal "Rhesus negativ" als Spender gesucht, dies gilt insbesondere für die Blutgruppen A und 0.
Termine und weitere Informationen unter der Spenderhotline des DRK % 0800 1194911 oder im Internet unter www.drk-duisburg.de.
Mit Gesundheitscheck
"Jeder Zweite ist im Laufe seines Lebens auf eine Blutspende oder ein Medikament mit Blutpräparaten angewiesen", so Dr. Mölders, leitender Betriebsarzt bei Thyssen Krupp. Immer weniger Menschen seien allerdings bereit, lebenswichtiges Blut zur Verfügung zu stellen. "Bei jeder Spende werden wichtige Blutwerte getestet. Das heißt, nicht zuletzt der Spender profitiert durch einen Gesundheitsscheck", sagt der Mediziner.
Im vergangenen Jahr spendeten mehr als 5800 Duisburger Bürger Blut. Diese zunächst großzügig erscheinende Zahl täuscht, denn der Bedarf an Blutkonserven ist in 2008 mehr als fünfmal so hoch gewesen. "Die Stadt kann sich durch die lokalen Blutspender nicht selbst versorgen, und so sind Duisburger Krankenhäuser auf externe Blutkonserven angewiesen", bedauert Detlef Hasenkox vom Deutschen Roten Kreuz. Die Zahl der Spender habe sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als halbiert.
"Das liegt auch daran, dass sich leider immer weniger Duisburger Unternehmen an den Blutspendeaktionen beteiligen. Darüber hinaus scheint die Solidarität der Menschen untereinander, insbesondere in Großstädten, immer mehr nachzulassen", so DRK-Pressesprecher Hasenkox. In ländlichen Gebieten sei der prozentuale Anteil an Blutspendern deutlich höher.
Klönen bei Kaffee und Kuchen
Für Barbara Walther aus Großenbaum, die für ihre 50. Spende ausgezeichnet wurde, sind diese Termine immer auch eine Gelegenheit, Menschen aus ihrem Stadtteil zu treffen.
"Mit den Jahren kennt man sich schon gut und verbindet das Nützliche mit dem Angenehmen. Anschließend sitzen wir noch gemütlich beieinander und quatschen bei Kaffee und Kuchen." Im Laufe der Zeit sei man zu einer kleinen Gemeinschaft zusammen gewachsen, erzählt sie. Im Vordergrund stehe natürlich die Blutspende. Vor fünfzehn Jahren traf Barbara Walther bei einem Spaziergang zufällig Bekannte, die gerade auf dem Weg zu einem Spendetermin waren. Da beschloss sie, sich spontan anzuschließen und geht seitdem regelmäßig Blut spenden. Klaus Basel nahm bereits 1964 zum ersten Mal an einer Blutspendeaktion bei Thyssen Krupp teil, wo er lange Jahre als Techniker arbeitete. "Mir ist damals bewusst geworden, wie leicht man anderen Menschen damit helfen kann. Aber nun ist Schluss, denn jetzt bin ich zu alt geworden", sagt der 68-jährige Rentner. Klaus Basel erhielt für 125maliges Spenden eine besondere Auszeichnung und erntete bei der Ehrung herzlichen Applaus.
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