Duisburg: Historie: Die Mafia in Duisburg
zuletzt aktualisiert: 16.08.2007Duisburg (RPO). Sie klopften an die Tür der Wohnung Moselstraße 1 a / Ecke Kardinal-Galen-Straße im Wasserviertel. Es war der 9. April 1985, gegen 21 Uhr. Der ahnungslose Rudolf M. (70), Besitzer mehrerer Discotheken und Nachtlokale in Mülheim und Duisburg, wird von drei Italienern in seine Wohnung gestoßen.
Wenig später ist M. tot, erstickt an mehreren Knebeln im Hals. Bei dem Raubüberfall mit tödlichem Ausgang mit dabei: Giorgio B., genannt „das Engelsgesicht“. B. stieg in der „Ndrangheta“, dem kalabrischen Zweig der Mafia, vor allem mit Drogengeschäften zu einer Art Pate auf.
Der Ex-Mafioso war erst vor kurzem in den Schlagzeilen, als er in Italien als Kronzeuge gegen einen früheren Clanverbündeten ausgesagt hatte, der sich zurzeit wegen Drogendelikten vor dem Wuppertaler Landgericht verantworten muss.
„Die Ndrangheta ist also auch früher schon in Duisburg präsent gewesen“, sagt Andreas Ulrich. Der Journalist des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ hat in seinem Bestseller „Das Engelsgesicht“ die Geschichte des Mafia-Killers B. das Ergebnis jahrelanger Recherchen zusammengetragen.
Zum Zeitpunkt des Mordes an M. stand Basile noch ganz am Anfang seiner kriminellen Karriere. Er lebt inzwischen in einem geheim gehaltenen Ort in Italien.
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