Duisburg: Hochbahn für Duisburg
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 16.04.2009Duisburg (RPO). Eine Schwebebahn nach Art des Skytrain am Flughafen Düsseldorf könnte den öffentlichen Nahverkehrs in Duisburg revolutionieren. Die Strecke könnte vom Bereich Universität /Zoo in die City bis in den Innenhafen reichen.
In Wuppertal ist die Schwebebahn schon seit Jahrzehnten ein beliebtes Fortbewegungsmittel und gleichzeitig Touristenattraktion, der Skytrain am Flughafen der Landeshauptstadt fasziniert die Besucher ebenso – zumindest, seit dem er halbwegs störungsfrei funktioniert. Ein im Rat beschlossenes externes Gutachten zum künftigen Verkehr in Duisburg könnte auch prüfen, ob ein an Schienen hängender Zug über der Straße sinnvoll ist.
Frank Heidenreich, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Verbandsversammlung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), kann den Plänen durchaus einiges abgewinnen: "Wenn dadurch Nadelöhre beseitigt werden können und sich der Nahverkehr nachhaltig verbessert, könnte ich mir einen Skytrain in Duisburg vorstellen. Auch für Touristen, die die Stadt besuchen, wäre das sicher eine Attraktion."
In Düsseldorf verbindet der Skytrain den Flughafenbahnhof mit den Terminals auf einer zweieinhalb Kilometer langen Strecke. In der Landeshauptstadt machte die Schwebebahn lange Zeit als Pannen-Vehikel von sich reden. Es fiel häufiger aus, Passagiere blieben im wahrsten Sinne des Wortes hängen und mussten aus den Kabinen befreit werden. Die von Siemens entwickelte Bahn muss nicht unbedingt als Blaupause für Duisburg dienen, eine ähnliche Konstruktion käme aber wohl in Betracht. Der Düsseldorfer Skytrain schlug mit Kosten von rund 115 Millionen Euro zu Buche.
Skytrain und H-Bahn
Die Hochbahn Skytrain in Düsseldorf ging offiziell am 1. Juli 2002 in Betrieb. Sie fährt in 23 Metern Höhe in einem dichten Takt die zweieinhalb Kilometer lange Strecke vom Flughafenbahnhof über die Haltestelle "Parkhaus 4" und den Terminals A und B zur Endstation an Terminal C. Die Fahrt dauert circa fünf Minuten. Bereits seit 1984 gibt es die sogenannte H-Bahn in Dortmund. Sie ist Bestandteil des ÖPNV-Netzes der Stadt und tariflich in den VRR integriert. Ein Einzelticket für die 2,8 Kilometer lange Strecke in Dortmund kostet 60 Cent, eine Monatskarte 8,50 Euro. Die Strecke hat fünf Haltestellen. Seit der Eröffnung fahren jährlich rund 1,6 Millionen Menschen mit der Dortmunder H-Bahn. Insgesamt sind bereits knapp 17 Millionen Menschen damit gefahren.
"Wenn es einen verkehrspolitischen Benefit gibt, würde der VRR 85 Prozent der Kosten tragen", erklärt Heidenreich. Der VRR ist auch am Düsseldorfer Skytrain beteiligt. Auch Oberbürgermeister Adolf Sauerland findet die Schwebebahn überlegenswert. Er hält ninsbesondere eine verbesserte verkehrliche Anbindung der Uni an die City für erstrebenswert. Jüngste Umfragen hatten die mangelnde Bindung der in Duisburg Studierenden an die Stadt hervorgehoben.
Linke: lieber ein Sozialticket
"Wenn der VRR 85 Prozent der Kosten übernimmt, könnten wir das Geld aus dem Crossboarder-Leasinggeschäft für den Eigenanteil einsetzen. Das ist ja extra dafür angelegt, um die Verkehrsinfrastruktur zu verbessern", erklärte Sauerland gestern im Gespräch mit der RP. Ein Weiterbau der U-Bahn käme aus Kostengründen ohnehin nicht in Betracht. Ein Hochbahn sei wesentlich kostengünstiger zu betreiben.
Kritik gab es dagegen von den Linken und der SPD in Duisburg. "Sozialticket statt Schwebebahn" lautet die Forderung der Linken, während der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Frank Börner, bemängelte, dass eine Hochbahn "wiederum ausschließlich zu Investitionen in der Innenstadt" führen würde.





