Duisburg: "Hochfeld ist Europa!"
VON CHRISTIAN STEINBRINK - zuletzt aktualisiert: 25.05.2009Duisburg (RPO). Anlässlich des 60. Verfassungstages wurde am Samstag an der Pauluskirche in Hochfeld ein "Fest der Freiheit" gefeiert. Es war eine bunte und vielseitige Feier. Alt-Oberbürgermeister Krings hob die Bedeutung Europas hervor.
Es war ein schwieriger Spagat, den sich die vielköpfige Veranstaltergemeinschaft aus politischen und kirchlichen Gruppen sowie Bürgerinitiativen vorgenommen hatte: Ein multikulturelles Volksfest, das gleichzeitig mittels Gesprächsforen auch politischen Ansprüchen genügen sollte. Dementsprechend breit gefächert war das Angebot, das bei schönem Wetter den ganzen Samstag lang an der Pauluskirche in Hochfeld geboten wurde.
Der Werks-Chor der Stadtwerke Duisburg trat mit seinem stilübergreifenden Programm ebenso auf wie eine türkisch-ägäische Volkstanzgruppe. Es gab türkische Folklore und spanische Flamenco-Gitarre zu hören. Ganz folgerichtig verschob sich dadurch auch die politische Ausrichtung vom Jubiläum der deutschen Verfassung hin zu der europäischen Frage.
Zur Geschichte
Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz verkündet. Mit seinem Inkrafttreten war die Bundesrepublik Deutschland gegründet.
Als der Parlamentarische Rat das Grundgesetz verabschiedete, war dessen Anspruch recht bescheiden. Es sollte eine provisorische Ordnung sein, welche nur für die Übergangszeit bis zur Wiederherstellung der deutschen Einheit gelten sollte. Seit der Wiedervereinigung gilt es als gesamtdeutsche Verfassung.
In der 60-jährigen Geschichte des Grundgesetzes gab es mehr als 50 Verfassungsänderungen.
"Weiter als anderswo"
Unter dem Titel "Treue Patrioten – Gute Europäer" hob Alt-Oberbürgermeister Josef Krings die Errungenschaften der Staatengemeinschaft auch auf kleiner Ebene hervor und beantwortete die Frage, was Europa für ihn denn tatsächlich sei, mit einem donnernden: "Hochfeld ist Europa!"
Alt-Bürgermeister Heinz Pletziger stieß in ein ähnliches Horn, während der stellvertretende Vorsitzende des Vereins "Gegen Vergessen – Für Demokratie", Bernd Faulenbach, Aufgaben nannte, die für einen gelungenen Integrationsprozess noch bevorstehen. Josef Krings antwortete darauf mit einem Sinnspruch, den ihm sein Lehrer kurz nach dem Krieg mitgegeben hatte: "Wer seine Heimat liebt, denkt international!"
Was das tatsächlich bedeutet, konnten die Zuschauer an diesem Nachmittag ganz praktisch erleben. Es gab vielfältige politische Informationsangebote auch über Parteiwerbung hinaus. Daneben sang, tanzte und spielte ein repräsentativer Querschnitt der kulturellen Vielfalt des Stadtteils. All das unterstrich die hoffnungsvolle Zukunftsprognose, die Faulenbach in seiner Rede machte: "Ein europäisches Bewusstsein ist durchaus noch zu schaffen!" In Hochfeld ist man damit, so zeigte dieser Tag, offensichtlich weiter als anderswo.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







