Duisburg: Hoffnung für Hauptbahnhof
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 21.05.2008Duisburg (RPO). Für eine grundlegende Sanierung des Duisburger Hauptbahnhofs zeichnet sich eine finanzielle Lösung ab. In einem Gespräch mit der Stadtspitze stellte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee Hilfe in Aussicht.
Wolfgang Tiefensee (SPD), einst Oberbürgermeister von Leipzig, war innerhalb der vergangenen zwei Jahre schon dreimal und damit sicher öfter als die meisten Sachsen in Duisburg. Meist ging es bei den Besuchen um informellen Austausch ohne konkrete Folgen. Danach sah es zunächst auch bei der gestrigen Stippvisite des Ministers in Duisburg aus. Tiefensee war auf Einladung der Duisburger SPD-Bundestagsabgeordneten Petra Weise an den Rhein gekommen und hatte vormittags an einer Podiumsdiskussion beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) im „Haus Rhein“ in Ruhrort teilgenommen.
Gemeinsam mit Markus Bangen vom Vorstand der Duisburger Hafen AG, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger, BDB-Präsident Dr. Gunter Jaegers und dem Konzernbevollmächtigen NRW der Deutschen Bahn, Rainer Latsch, war sich der Minister einig, dass angesichts des stetig steigenden Güterverkehrsaufkommens dringender Handlungsbedarf besteht und der Logistikdrehscheibe Duisburg dabei eine besondere Bedeutung zukommt. Dazu böte der „Masterplan Güterverkehr“, der wie berichtet einen millionenschweren Ausbau der Infrastruktur vorsieht und vor allem Bahn und Binnenschifffahrt stärken soll, eine geeignete Grundlage, so Tiefensee. Der „Eiserne Rhein“, die Eisenbahnverbindung zwischen den Häfen Antwerpen und Duisburg, solle reaktiviert werden. Dies solle „möglichst unverzüglich“ geschehen. Auf welcher Trasse, das sagte Tiefensee nicht. Er sprach auch die Sanierung des Duisburger Hauptbahnhofs an, die „möglichst schnell“ realisiert werden solle. Konkreter wurde Tiefensee erst beim Empfang im Mercatorsaal des Rathauses.
Eintrag ins goldene Buch
Bevor sich der Minister ins goldene Buch der Stadt eintrug, hatte er mit Vertretern seines Ministeriums und der Stadt darüber beraten, wie die Finanzierung bei der Sanierung des Duisburger Hauptbahnhofs aussehen könnte. Dabei erklärte Tiefensee, dass vor dem Hintergrund der Kulturhauptstadt 2010 die Frage „Wer finanziert was?“ leichter zu beantworten sei.
Es sei klar, dass die Entwicklung des Hauptbahnhofs in Duisburg auch städtebaulich Ansprüche erfüllen müsse. „Der Bund wird alles tun, sie dabei zu unterstützen“, meinte Tiefensee. Dabei könnten auch „Investoren mit einem hohen Interesse“ eine entscheidende Rolle spielen.
Teilprivatisierung
Die Duisburger Hafen AG gehört je zu einem Drittel der Stadt, dem Land NRW und dem Bund. Schon seit längerem gibt es Gespräche über den Anteilsverkauf des Bundes. Wie die Teilprivatisierung der Bahn könnte auch der Teilverkauf des Hafens Geld in die Bundeskasse spülen, mit dem dann unter anderem die Investitionsvorhaben beim Masterplan Güterverkehr finanziert werden. Die Gespräche darüber liefen weiter, so Tiefensee. Letztlich habe aber auch die Bundesregierung ein „hohes Interesse“ an diesem Standort.
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