Duisburg: Hombergs Narren setzen die Segel
VON JESSICA NARLOCH - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012Duisburg (RP). Der alte Karnevalswagen in Form einer Burg ist Geschichte. Für dieses Jahr hat sich die Narrenzunft Homberg etwas Neues ausgedacht: das "Narrenschiff Mercator". Das Schiff rollt in zwei Wochen bei den Karnevalszügen von Homberg nach Moers, in Serm und in Duisburg.
Homberg Lothar Strupp baut leidenschaftlich gerne Modellschiffe. Er weiß genau, wo welches Brett sitzen muss. Er bastelt gerne, und seit dem vergangenen Sommer nicht nur Miniaturdampfer, sondern zusammen mit seinen Mitstreitern ein 8,5 Meter langes und 3,8 Meter hohes Schiff. Zugegeben, schwimmen dürfte es nicht, aber das war auch nicht gewünscht. Hauptsache, es macht auf den Zügen am Nelkensamstag von Homberg nach Moers, am Tulpensonntag in Serm und am Rosenmontag in Duisburg eine gute Figur. Denn das Schiff ist der neue Karnevalswagen der Narrenzunft Homberg.
"Durch Lothar Strupp kamen wir erst auf die Idee. Und da wir in diesem Jahr das Mercator-Jahr feiern, nennen wir es das ,Narrenschiff Mercator'", erzählt Wagenbaumeister Jürgen Bergt. Seit Ende der Sommerferien im vergangenen Jahr schrauben, sägen und pinseln die sechs Männer an dem Schiff. Dass sie so ein großes Projekt in Angriff nehmen, kommt nur alle drei bis fünf Jahre vor. "Wir haben fast immer einen Mottowagen, der in jedem Jahr anders aussieht, und einen Gesellschaftswagen, der für einige Jahre der Gleiche bleibt. Diesmal haben wir letzteren wieder ersetzt", erklärt Bergt. Im Klartext heißt das: Die "Burg" – der alte Gesellschaftswagen – wurde komplett abgerissen, dann wurde mit dem Bau des "Schiffes" begonnen.
Karnevalszüge
Das Narrenschiff ist auf folgenden Karnevalszügen zu sehen:
Homberg/Moers Samstag, 18. Februar, 13.11 Uhr, ab Homberg
Serm Sonntag, 19. Februar, 14.11 Uhr, ab Festzelt "Am Breitenkamp"
Stadtmitte Rosenmontag, 20. Februar, 13.11 Uhr, ab Bismarckstraße
Wagenbauer Jürgen Bergt, Lothar Strupp, Gustav Fohlmeister, Otto Piel, Klaus Meyer, Markus Romahn
Traktorfahrer Markus Romahn und Jakob Haze
Seit einigen Monaten verbauen die sechs Männer in ihrer Werkstatt auf einem Bauernhof in Hochheide Baumaterial im Wert von 4000 Euro. Jetzt sind sie auf der Zielgeraden. "Nur noch etwas Farbe, das Segel, die Fenster und das Steuerrad fehlen noch, und dann sind wir hoffentlich rechtzeitig fertig", so Bergt.
Platz für sechs "Seemänner"
Da der Abriss und Wiederaufbau des Gesellschaftswagens viel Zeit und auch Geld in Anspruch nehmen, wird es in diesem Jahr keinen Mottowagen geben. Doch bei der Narrenzunft Homberg ist man sich sicher, dass das Narrenschiff das rausreißen wird.
Platz bietet es für sechs "Seemänner", die vom Deck aus Kamelle in die Menge werfen werden. Für kleine Notfälle befindet sich sogar eine Toilette an Bord. "Alles muss natürlich den Sicherheitsauflagen entsprechen, daher dürfen auch nur sechs Narren mitfahren", erklärt Bergt. Denn die Brüstung muss an den Stellen, an denen Personen stehen, mindestens 1,10 Meter hoch sein, damit niemand unfreiwillig von Bord gehen kann. Und das ist nur für sechs Mitfahrende möglich.
Auch die Deichsel – die Zugvorrichtung, mit der der Wagen mit dem ziehenden Traktor verbunden ist – mussten die Wagenbauer diesmal mit Holz verkleiden. "Damit keiner unter die Räder kommt", sagt Bergt.
In den kommenden Tagen wird das Schiff noch vom TÜV abgenommen. "Aber da machen wir uns keine Sorgen, denn das Schiff ist noch stabiler und sicherer als es die Burg war", versichert Bergt.
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