Duisburg: Hommage an den großen Komiker
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 23.02.2009Duisburg (RPO). Friemersheim Am vergangenen Freitag hätte der deutsche Komiker und Entertainer Heinz Erhardt seinen 100. Geburtstag gefeiert. Mit einer literarischen Veranstaltung erinnerte der "Freundeskreis lebendige Grafschaft" im Friemersheimer Lehrerhaus an den im Jahre 1979 verstorbenen Entertainer. Am Freitagabend las Schauspieler Georg Adler zum 100. Geburtstag von Heinz Erhardt aus den Werken des Künstlers. "Schon als junger Mensch habe ich gerne in Reimen gesprochen und Gedichte aufgesagt. Heinz Erhardt faszinierte mich mit seinen unverhofften Pointen", erklärte Georg Adler sein Interesse an dem Komiker.
So trug der Schauspieler und Sprecher die bekanntesten Gedichte von Heinz Erhardt vor. Darunter Meisterwerke wie "Die Made" und "Das Gewitter". Georg Adler war es hierbei wichtig, an den Witz und den Humor des Künstlers zu erinnern. "Erhardts Gedichte sind zeitlos und fast jeder kennt einen Vierzeiler des Wortakrobaten. So einen Komiker wie ihn gibt es heute nicht mehr." Einige Menschen im Publikum hatten sogar noch das Glück, Heinz Erhardt persönlich auf der Bühne erleben zu dürfen, so auch Georg Adler selbst. Zu Beginn stimmte er das Publikum mit einer kurzen Biographie Heinz Erhardts auf die kommenden Gedichte ein. "Bei seinen Auftritten war jeder Versprecher und jedes blödes Lachen gekonnt eingebaut und gewollt. Das habe ich über 14 Tage geübt und mittlerweile habe ich Kopfschmerzen", scherzte Georg Adler. Der Schauspieler war sich durchaus bewusst, wie schwer es ist, dem großen Komiker Heinz Erhardt gerecht zu werden. "Das ist richtig Arbeit. Heinz Erhardt beherrschte sein Handwerk wie kein anderer und hat alles akribisch genau erarbeitet. Zudem ist es immer schwerer, die Menschen zum Lachen als zum Weinen zu bringen." Georg Adler löste diese Zwickmühle jedoch gekonnt. Wenn er Gedichte wie "An meine Brille", "Der Apfelschuss", und "Urlaub im Urwald" vortrug, ließ der Schauspieler auch die so für Erhardt typischen Versprecher wirken. Wer an diesem Abend einen Heinz Erhardt Imitator erwartete, der sollte enttäuscht werden. Georg Adler ließ den Komiker vielmehr in der Erinnerung des Publikums auferstehen: "Das Gedenken an Heinz Erhardt wird es noch in 30 Jahren geben, von Harald Schmidt spricht dann kein Mensch mehr", so der Duisburger Schauspieler.
Am Dienstag, 31. März, von 19.30 bis 21 Uhr feiert Georg Adler in der Volkshochschule an der Augustastraße in Homberg erneut einen Geburtstag. "Ein Visionär des Unwirklichen", Edgar Allan Poe zum 200. Geburtstag, heißt das neue Programm des Schauspielers.
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