Duisburg: Hundert Quadratmeter Hilfe
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 23.04.2007Duisburg (RPO). Hundert Quadratmeter im Duisburger Hauptbahnhof. Sie beinhalten unter anderem einen Aufenthaltsraum, eine Notfallskleiderkammer und eine Nasszelle mit Toiletten. Draußen weist ein kleines gelbes Schild Hilfesuchenden den Weg zur Bahnhofsmission. Am Samstag bot diese einen „Tag der offenen Tür“ an. Das Leitungsteam, bestehend aus Bodo Gräßer und Torsten Ohletz, und 45 Mitarbeiter stellten sich mit Waffelstand, Bazar, Trödelstand und natürlich auch einem Informationsstand, vor.
„Unsere Aufgabe im Bahnhof ist es allen Menschen mit Handycap, aber auch Senioren und Familien, oder unerfahrene Reisende bei ihrem Aufenthalt hier im Bahnhof zu unterstützen“, berichtet Bodo Gräßer. „Pro Schicht sind sechs Leute in der Bahnhofsmission zugegen. Außerdem haben wir Mitarbeiter, die auf den Bahnsteigen ein Auge offen halten und helfen wo sie können“, ergänzt Torsten Ohletz.
Die Bahnhofsmission ist eine ökumenische Organisation, deren Träger die Caritas und die Diakonie sind. Das Team, bestehend aus 45 Mitarbeitern, setzt sich aus Zivildienstleistenden, Ein-Euro-Jobbern und Ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammen.
Eine davon ist Petra-Lisa Eibelshäuser. Seit vier Jahren ist sie ehrenamtlich in der Bahnhofsmission tätig. „Ursprünglich kam ich durch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme hierher und bin dann hängen geblieben. Die Arbeit macht Spaß, denn sie ist sehr vielseitig und gibt einem die Möglichkeit Menschen zu helfen“, erzählt die Duisburgerin.
Besonders die Seelssorge wird in der Bahnhofsmission groß geschrieben, das alte Bild der Suppenküche ist schon schon lange überholt.
Offenes Ohr
„Wir vergeben gerne Notrationen, aber große Mahlzeiten bereiten wir in der Bahnhofsmission nicht mehr zu. Dafür haben wir aber immer ein offenes Ohr für Menschen, die über ihre Sorgen und Nöte sprechen wollen und vermitteln sie an Hilfsorganisationen weiter“, erklärt Torsten Ohletz.
Mit dem „Tag der offenen Tür“ wollte das Bahnhofsmissionsteam auf sich aufmerksam machen. Spenden waren gerne gesehen, selbst wenn es nur ein Euro für ein Namenschild war.
Natürlich kamen die Mitarbeiter auch gerne mit den Besuchern bei einem Kaffee oder einer Waffel ins Gespräch. So auch mit dem 15-Jährigen Christian Rettinghausen. „Ich finde es gut, dass es die Bahnhofsmission gibt. Wenn ich mal reden müsste oder einen Kaffee zum aufwärmen bräuchte, wüsste ich jetzt an wen ich mich wende.“
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