Duisburg: Ilse Jung, schrill und unerzogen
zuletzt aktualisiert: 03.10.2006Duisburg (RPO). Ihre Vergangenheit als „Stoffpuppe“ hat Ilse Jung eingeholt. In den 60-er Jahren war die heutige in Baerl lebende Musikerin, Malerin und Dichterin Mitglied der „Rag Dolls“, der ersten Mädchenband im Ruhrgebiet. Wie berichtet erinnerte sich Jung im Rahmen einer WDR-Dokumentation an die damalige Zeit. Die Sendung fand auch in Süddeutschland Aufmerksamkeit und hat Ilse Jung nun ein Kapitel in einem neuen Buch beschert. Es heißt „Kluge Mädchen“ und trägt den Untertitel „Mädchenjahre im Wandel“. Anhand von kurzen Porträts und vielen Fotos wird das sich wandelnde Bild junger Frauen in den vergangenen 100 Jahren beleuchtet.
Senta Berger schrieb ein Vorwort zu dem Buch, in dem auch andere prominente Namen auftauchen: Angelika Domröse oder Cornelia Froboess zum Beispiel. Dass Ilse Jung nun neben Froboess auftauchen darf, freut die Baerlerin besonders: „Ich war damals ein großer Fan von Conny. Ich kannte alle ihre Lieder und hatte sogar eine Sammelmappe über sie.“
Die Erinnerungen von Ilse Jung an ihre Mädchenband-Zeit erscheinen im Abschnitt „Schrill und unerzogen“ zu den 60-er Jahren. Ilse Jung hat den Text selbst verfasst. „Leider wurde er ein bisschen gekürzt.“ Sie schildert, wie sie 1967 zum ersten Mal allein „weit weg von zu Hause“ war: Die Woche im pulsierenden London war ein Examensgeschenk .
Mit 18 schmiss Ilse Jung dann den sechs Jahre durchgehaltenen Klavierunterricht und bekam nach langem Hin und Her eine Gitarre geschenkt. Vom ersten selbst verdienten Geld kaufte sie sich die erste Jeans, machte den Führerschein und sparte für einen Käfer. Und dann stieß sie auf die Duisburger „Rag Dolls“, die gerade eine Gitarristin suchten . . .
Erschienen ist „Kluge Mädchen“ unter der Herausgeberschaft von Antonia Meiners im Elisabeth-Sandmann-Verlag München. Das Buch hat 176 Seiten und kostet 19,95 Euro.
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