Duisburg: Ilse Storb machte mal wieder alle glücklich
VON SAMI DURAK - zuletzt aktualisiert: 08.06.2009Duisburg (RPO). Sie ist die Grande Dame des Jazz, zumindest im Bereich der Wissenschaft, denn schließlich wurde Ilse Storb, 1982 Professorin für "Systematische Musikwissenschaft, einschließlich Jazzforschung" an der Universität Duisburg und ist bis heute die einzige in Europa.
1969 hatte sie zusammen mit dem Saxophonisten Joe Viera das weltweit renommierte "Jazzlabor" gegründet. Es gilt heute als Vorläufer späterer Ausbildungsgänge für Jazz an den Musikhochschulen. Nach dem Übergang in den Jazzstudiengang der Folkwang-Hochschule, Anfang der neunziger Jahre, wird es heute noch von Vielen in Duisburg vermisst.
Auch nach ihrer Emeritierung blieb Ilse Storb in Aktion, stets bemüht neue Projekte auf den Weg zu bringen und auch für sich Neues zu entdecken. So ist sie auch heute mit fast 80 Jahren noch immer quasi eine "Unfinished Woman" wie Dave Brubeck wohl sagen würde. Zurzeit initiiert sie ein "Institut für Weltmusik", von dem sie hofft, dass dies bald ein festes Zuhause finden wird. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten und ihre Publikationen u.a. über Louis Armstrong, Dave Brubeck oder Claude Debussy, machten sie weltbekannt. Am Freitagabend aber bewies sie neben ihrem musikalischen Können auch enorme Entertainment Qualitäten, von denen sich so manch ein Comedian eine große Scheibe abschneiden könnte.
In ihrem Programm "Chansons d´Amour" entführte sie die Zuschauer musikalisch nach Berlin, Paris und New York und suchte immer wieder die Interaktion mit dem Publikum. Sie machte an diesem Abend mal wieder alle happy – aber es war ja auch nichts anderes zu erwarten gewesen. So hatte sogar einst Satchmo über "Swinging Ilse" gesagt: "She likes to make people happy". Nur ihr Vetter Bruno musste zu seinem Leidwesen die Veranstaltung frühzeitig verlassen. Aber er wird mit Sicherheit die große Geburtstagsfeier zu ihrem 80. an der Duisburg-Essener Uni in Essen am 18. Juni genießen, die ganz unter diesem Motto stehen wird. Es ist gleichzeitig eine Danksagung der Uni für ihre weltweite Friedensarbeit durch Musik und für ihr unerschöpfliches Wirken an die Bundesverdienstkreuzträgerin. Für alle zu sehen ist Prof. Ilse Storb am Freitag, 12. Juni, um 21.45 Uhr, im WDR bei Bettina Böttinger in der Sendung "Kölner Treff". Einem Special zum Geburtstag.
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