Duisburg: Im Hafen staubt es mächtig
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 30.08.2008Duisburg (RPO). Noch fünf Wochen, dann werden in Duisburg weite Stadtgebiete für Autofahrer nur noch erreichbar sein, wenn sie eine entsprechende Plakette an der Windschutzscheibe haben. Der Luftreinhalteplan tritt hier am 1. Oktober in Kraft. Er ist ein Schritt auf dem Weg, die Luft im Ruhrgebiet, und damit auch in Duisburg, besser zu machen.
Die Umweltpolitiker im Rat der Stadt erhalten in ihrer nächsten Sitzung im September einen Überblick über die Staubentwicklung der vergangenen Jahre und bekommen Auskunft darüber, wo die metallischen Inhaltsstoffe in größeren Mengen, als sie die Grenzwerte vorsehen, zu Boden sinken. Tendenz: Es wird sauberer.
Staubbelastung
Die früher besonders staubbelasteten Gebiete rund um die Thyssenwerke in Hamborn sind heute nicht mehr die Sorgenkinder. Zu einem solchen entwickelt sich dafür immer mehr das Hafengebiet. Dass in Hamborn die Luft besser wurde, ist im Wesentlichen auf die Schließung der alten Kokerei in Bruckhausen vor sechs Jahren zurückzuführen. Die höchste Staubbelastung wurde allerdings im als idyllisch geltenden Baerl gemessen. Die Erklärung der Fachleute: Der Industriestaub wird von Hamborn über den Rhein geweht und sinkt in Baerl nieder.
Probleme mit Nickel
In der Stadt wird seit 1969 kontinuierlich – anfangs an bis zu 240 Messstellen – kontrolliert, wie viel Staub die Bürger Tag für Tag einatmen müssen. Seit 1982 kamen Auswertungen der Inhaltsstoffe Blei, Cadmium, Nickel und Arsen hinzu, also der Schwermetalle. Weil sich insgesamt die Belastung verringert, ist die Zahl der Messstellen auf aktuell 114 geschrumpft. Während die Blei- und Cadmiumbelastung seit 2005 um etwa die Hälfte gesunken ist, bereiten die Nickelimmissionen zunehmend Probleme.
Bleibelastung
An zwölf Messstellen im Stadtgebiet wurde der Blei-Grenzwert im vergangenen Jahr überschritten. Fast vier Mal höher als der Grenzwert 100 Mikrogramm pro Quadratmeter und Tag war die Belastung im Hafengebiet im Bereich der Schrottinsel (390 Mikrogramm). Dass insgesamt das belastete Gebiet von 15 Quadratkilometern auf zehn geschrumpft ist, führt die Stadt vor allem auf die Stilllegung der Firma Sudamain zwischen Wanheim und Hüttenheim zurück. Vor drei Jahren gab es hier noch Überschreitungen der Blei-Grenzwerte bis auf 2200 Mikrogramm, der höchste dort gemessene Wert im vorigen Jahr lag dagegen bei 374 Mikrogramm pro Quadratmeter und Tag (und damit immer noch deutlich über dem Grenzwert).
Cadmium
Ein vergleichbares Bild wie bei der Bleibelastung gibt es auch bei der mit Cadmium: Im Süden sinken die Werte besonders deutlich (ebenfalls Folge der Werksschließung) , im Hafenbereich steigen sie. Zwei Mikrogramm pro Quadratmeter und Tag sind als Grenzwert festgeschrieben. Auch hier lag die höchste Überschreitung mit 20,9 Mikrogramm auf der Schrottinsel.
Nickel und Arsen
Der Staub, der über Meiderich und Hamborn niedergeht, ist im Stadtvergleich besonders stark mit Nickel belastet. Aber auch die Bürger des Südens, der Stadtmitte, Hombergs, Ruhrorts und Baerls müssen mit Überschreitung des Grenzwertes (15 Mikrogramm pro Quadratmeter und Tag) leben. Die belastete Fläche ist gegenüber dem Vorjahr von 56 auf 73 Quadratkilometer gewachsen. Wiederum sind die höchsten Überschreitungen in Meiderich, Hamborn (15 Mikrogramm) und im Hafengebiet (30 Mikrogramm) gemessen worden.
Der Inhaltsstoff Arsen findet sich im Staub auf zunehmend weniger Flächen Duisburgs, aber an elf Messstellen gab es Überschreitungen des Grenzwertes von vier Mikrogramm pro Quadratmeter und Tag, und das wiederum vor allem im Hafenbereich.
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