Duisburg: Im Sturm der Marktwirtschaft
VON KEVIN STRENZKE - zuletzt aktualisiert: 17.11.2008Duisburg (RPO). 500 Gäste waren am Samstag geladen, um in der Gebläsehalle des Landschaftsparks Nord das 100-jährige Bestehen der Bäko-Zentrale Nord zu feiern. Es war ein beschauliches und perfekt organisiertes Jubiläum. Der Empfang, die Reden, das abschließende Buffet – alles schien gerade gut genug zu sein, für 100 Jahre Erfolgsgeschichte der Bäko-Zentrale Nord eG mit Sitz in Großenbaum. Am Anfang stand der Empfang mit Gästebucheintrag, viel Hände schütteln, Sekt und Schnittchen. Hatte man sich in kleinen Gruppen zusammen gefunden, unterhielt man sich über das Tagesgeschäft eines Bäckers oder Konditors.
Die Reden des Vorsitzenden des Bäko-Aufsichtsrates Peter Becker, von Oberbürgermeisters Adolf Sauerland und NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben standen im Mittelpunkt des Festaktes. Im Vordergrund der Reden stand die erfolgreiche Historie der Genossenschaft und die starke Zusammenarbeit zwischen Bäko, den Bäckern und Konditoren.
So betonte dann auch Peter Becker, dass durch die gute Zusammenarbeit der vergangenen 100 Jahre, die Bäko zu einem starken Ganzen gewachsen sei und dadurch flexibel und belastbar geworden ist „wie ein dickes Seil“. Dieses Seil sollte dann auch als Symbol für eine starke Bäko herhalten. „Gemeinschaft und Solidarität helfen im Sturm der Marktwirtschaft“, stellte Becker fest und verwies darauf, dass die Genossenschaft auf Langfristigkeit angelegt war und ist und diese es in Zukunft weiter zu festigen gilt, um im globalen Markt bestehen zu können.
Die Rede des Oberbürgermeisters war ebenso amüsant wie sachlich. Er sprach über den Strukturwandel in Duisburg lobte die Bäko, gerade hier in der „Kathedrale der Industrie“ zu feiern. Das Handwerk bilde mit etwa fünf Millionen Arbeitsplätzen in Deutschland das Rückgrat der Gesellschaft. Die Zusammenarbeit zwischen Genossenschaften und Handwerk sei bis heute erfolgreich und die Idee der Genossenschaften ist „weltweit gelandet“, so Christa Thoben in ihrer Rede.
Sie mahnte zur Selbsthilfe und Selbstorganisation, als Peter Becker mehr Rückhalt von der Politik forderte und dabei speziell auf Berlin und Brüssel hinwies. „Der Geist der freien Genossenschaft ist der Geist der freien Gesellschaft“, erwiderte Christa Thoben.
In Zukunft müsse sich die Bäko gerade über die Qualität der Produkte definieren, um dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, stellte Peter Becker zum Schluss fest. Nur so könne man den Discount-Bäckereien Paroli bieten.
Der Jahresumsatz der Bäko-Zentrale Nord eG liegt bei knapp 700 Millionen Euro. Sie gilt längst als eines der führenden Handels- und Dienstleistungsunternehmen in der Branche und beliefert insgesamt 8100 Bäcker und Konditoren.
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