Duisburg: Immer lockt die Versuchung
VON ACHIM BERTENBURG - zuletzt aktualisiert: 07.05.2007Duisburg (RPO). Das Drachenboot-Festival auf dem Toeppersee lockte ehrgeizige, kreative und vor allem gut-gelaunte (Freizeit)-Sportler aufs Wasser. Drachenbootrennen sind bekanntlich eine chinesische Erfindung. Folglich denkt der Besucher des vom Kanu-Club Homberg Gerdt e.V. ausgerichteten 4. Toeppersee-Drachenboot-Festival nicht auf Anhieb an die Irrfahrten und die Heimkehr des Odysseus.
Doch es herrscht Kaiserwetter und die Versuchung ist allgegenwärtig. Beim Streifzug über das Festivalgelände locken Grillwürstchen und Gerstensaft. Da hilft dann doch die heroische Psychotechnik von Odysseus. Der war schlau. Er ließ sich an den Mast seines Schiffes binden und verstopfte die Ohren seiner Seeleute mit Wachs, um den betörenden Lockruf der Sirenen zu widerstehen.
Bei den Drachenbootsportlern scheint sie Sache ähnlich gelagert zu sein. Um dem „inneren Schweinehund“ erfolgreich ein Schnippchen zu schlagen, stopfen sie sich indes nicht die Ohren zu, sondern folgen dem Ruf der Trommel.
Da sind zum Beispiel die Caritas-Cannibals, ein Team der Caritas-Werkstätten Rheinhausen und Moers. Zum Outfit zählen schwarze Perücken, Baströckchen und Halsketten aus Knochen. „Die sind tatsächlich echt. Wir haben sie, immer wenn es Hähnchen gab, gesammelt“, sagt „Anführer“ Norbert Lipperheide, der im Alltag im Sozialen Dienst tätig ist.
Kristin Gutthoff macht aber deutlich, dass die Kampfmoral ganz und gar nicht zum Fürchten ist: „Lasst mich gewinnen! Doch wenn ich nicht gewinnen kann, lasst mich mutig mein Bestes geben.“ Es ist das Motto der Special Olympics, der weltweit größten Sportbewegung für geistig und mehrfach behinderte Menschen. Aufsehen erregen auch die Ludaweibis, die ursprünglich vom Stamm des VfL Rheinhausen sind.
Die Ex-Handballerinnen haben sich zu einer Frauen-Freizeitabteilung zusammengeschlossen, die klettert, mit Inlinern auf Lauftour geht oder als Beach-Beautys mit Hand- oder Volleyball im Sand wühlen. Zum Drachenbootstart marschieren sie mit blonden Perücken, Sonnenbrille und Bläser geschmückt – ein Liedchen auf den Lippen: „Blau blüht der Enzian…“ Astrid Hofmann mimt den Heino. „Dodo“ Göbel schlägt im Dirndlkleid die Trommel.
Das jüngste Team im Starterfeld, die Wasser Ski Chaoten Wasserskiclub Rheinhausen legt da schon wesentlich mehr Ehrgeiz an den Tag und siegt schließlich im Fun-Team-Finale der Gruppe B. „Na, ja, wir sind ja hier auf Wasserski jeden Tag auf dem Wasser und kennen auf dem Toepper jede Welle“, räumen Björn Bauer und Pascal König ein. Die Besatzung von Seeyou-In-Form schlägt sich achtbar, holt Bronze. Auf der Gewinnerseite sind am Ende aber sämtliche 43 Teams, die bei der Siegerehrung reichlich belohnt werden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







