Duisburg: Immer mehr finden einen Job
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 21.02.2008 - 16:40Duisburg (RPO). Gestern hat die ARGE ihre Bilanz für das Jahr 2007 vorgelegt. Dieser zufolge ist die Zahl der Arbeitslosen in Duisburg zwar gesunken, insgesamt gesehen aber nach wie vor zu hoch. Mit neuen Projekten will man das Problem angehen.
Norbert Maul hat das Geld mit vollen Händen ausgegeben, für sinnvolle Projekte versteht sich. Dem Geschäftsführer der Dusiburger ARGE ist gelungen, was seinem Vorgänger im Amt den Hals gebrochen hat. Er hatte seinen Etat nicht ausgeschöpft, womit der Vorwurrf einherging, er habe nicht genug für die Widereingliederung von Arbeitslosen getan.
Die Bilanz von Norbert Maul für 2007, die er gestern vorlegte, liest sich wie ein Erfolgbericht:
– die Zahl der Arbeitslosen bei der ARGE ist gesunken;
– es haben mehr ältere Arbeitslose (55 Jahre und älter) eine Beschäftigung gefunden;
– die Zahl der Langzeitarbeitsloen ist rückläufig.
Dennoch bereitet dem ARGE-Chef die Struktur des Duisburger Arbeitsmarktes große Sorgen: Auf 150 000 Sozialversicherungspflichtigte Beschäftigte in der Stadt kommen 71 000 Duisburger, die so genannte Transferleistungen beziehen, sprich, für ihren Lebensunterhalt Geld von der ARGE bekommen. Diese Struktur aufzubrechen, ist eines er wichtigsten Ziel von Norbert Maul und seinen Mitarbeitern.
Voraussichtlich im April wird daher ein Projekt starten, dass neben dem normalen und dem zweiten Arbeitsmarkt ein drittes Standbein bildet. Die ARGE wird denn Arbeitgebern einen 75-prozentigen Lohnkostenzuschuss anbieten, wenn sie einen ARGE-Kunden eingestellen. Der Zuschuss wird zunächst für zwei Jahre gewährt, danach wird geprüft, wie sich der Mitarbeiter ins Arbeitsleben integriert hat (und ob er beispielsweise eine sichere Chance auf dem ersten Arbeitssmarkt hat). Wenn angebracht, zahlt die ARGE den Lohnkostenzsuchuss weiter – wenn es sein muss, bis zum Eintritt des Kunden ins Rentenalter. Arbeitgebern, die glauben, so eine schnelle Mark machen zu können, hält Maule entgegen: „Wir bestimmen den Kunden und die Regeln.“
Neben diesem Projekt wird Norber Maul seine Bemühungen fortsetzen, die Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass ARGE-Kunden keinewegs Drückeberger sind. „Zu uns kommt der jungne Mann, der sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, aber keine Stelle findet. Bei uns meldet sich die junge Bäckereiverkäuferin, die ihre Arbeit aufgegeben hatte, um einen höheren Schulabschluss nachzuholen, und dann keine Stelle findet. Wir haben auch die Hausfrau, die Anspruch auf ALG II hat, aber eigentlich wieder ins Berufsleben einsteigen will.“
Überwiegend, so Mauls Eindruck, sind die 71 000 Leistungsempfänger der ARGE arbeitswillig und hoch motiviert. Dies gelte insbesondere für die so genannten Ein-Euro-Jobber. Sie halten Parks sauber, pinseln Schulen an oder halten die Radstation am Hauptbahnhof in Schwung.
Maul: „Fragt man die Leute, dann sind neun von zehn sehr zufrieden und nur einer fühlt sich ausgebeutet.“
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