Duisburg: Immer weniger Katholiken in Duisburg
zuletzt aktualisiert: 24.01.2012Duisburg (RP). Die Proteste gegen die geplanten Kirchenschließungen im Duisburger Norden sorgten in den vergangenen Wochen für bundesweite Schlagzeilen. Zwar kam der Bischof bei seiner Entscheidung den Protestierenden entgegen, doch fragen sich viele Duisburger Katholiken, ob sie in absehbarer Zeit mit ähnlichen Schließungsplänen rechnen müssen. Ein entscheidender Gesichtspunkt ist dabei die schrumpfende Zahl der Katholiken in der Stadt.
Als Franz Hengsbach am 1. Januar 1958 Bischof im neu gegründeten Bistum Essen wurde, zu dem die rechtsrheinischen Pfarren vom Duisburger Süden bis einschließlich Hamborn gehören, gab es in der Gesamtstadt noch 249 627 Katholiken. Bei der jüngsten Zählung im Jahr 2010 waren es noch 107 557; das ist ein Rückgang um 56,9 Prozent. Im früheren Dekanat Hamborn, das nun von den Kirchenschließungen betroffen war, sank die Katholikenzahl von 70 931 auf 25 806; das ist ein Rückgang um 63,6 Prozent.
Ähnliche Rückgänge werden im ehemaligen Dekanat Duisburg-Mitte (heute Liebfrauen) und im ehemaligen Dekanat Ruhrort/ Meiderich (heute St. Michael) registriert. 1958 gab es in Duisburg-Mitte 92 137 Katholiken, bei der Zählung im Jahr 2010 waren es nur noch 32 046; das ist ein Rückgang um 65,2 Prozent. In Ruhrort/Meiderich sank die Zahl von 53 424 Katholiken im Jahr 1958 auf nur noch 22 045 bei der jüngsten Zählung (minus 58,7 Prozent). Weniger drastisch ist der Rückgang der Katholikenzahl im Duisburger Süden. Im Bereich der heutigen Großpfarrei St. Judas Thaddäus sank die Zahl von 1958 bis zum Jahr 2010 "nur" um 16,5 Prozent. In absoluten Zahlen: von 33 135 auf 27 660.
Auch die Zahl der Taufen ging rapide zurück: Im früheren Dekanat Hamborn sank sie von 1090 im Jahr 1958 auf 180 im Jahr 2010. In Duisburg-Mitte ging sie von 1368 auf 154 zurück, in Ruhrort/Meiderich von 924 auf 121 und im Duisburger Süden von 534 auf 140.
Nur knapp acht Prozent der gemeldeten Katholiken besuchen regelmäßig einen Gottesdienst; 1958 waren es rund 30 Prozent.
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