Duisburg: In der ersten Handels-Liga
VON MIKE MICHEL - zuletzt aktualisiert: 21.08.2008Duisburg (RPO). Das Sonderkreditprogramm der Sparkasse und des Einzelhandelsverbandes erhält eine zweite Auflage. Das Institut stellt zehn Millionen Euro zur Verfügung, um dem Handel in Duisburg und Kamp-Lintfort Investitionen zu erleichtern.
Als „Impulsgeber“ wollte Einzelhandelsverbands-Vorstand Alfred Walzer das Programm verstanden wissen. Die Vorstellung in seinem Betrieb in Walsum, also „ganz oben“ in Duisburg, sei auch als Zeichen zu verstehen: Zum einen soll der Weg der Einzelhändler nicht zuletzt durch die günstigen Kredite nach oben gehen, zum anderen soll das Programm weniger in der Stadtmitte, dafür um so mehr in den Randlagen zum Tragen kommen.
„Das Programm steht nicht nur Kunden der Sparkasse oder Mitgliedern des Einzelhandelsverbandes zur Verfügung“, betonte Sparkassen-Vorstand Hans-Werner Tomalak. Die Abwicklung sei „unkompliziert“ und werde in einem „schlanken Prozess“ vor sich gehen. „Wir möchten dazu beitragen, dass es dem Handel leichter fällt, nach ganz oben zu kommen“, so Tomalak. Aus diesem Grunde sehe man auch bei der Absicherung nicht ganz so genau hin. „Wenn Sicherheiten da sind, freuen wir uns“, so der Sparkassen-Vorstand wörtlich. Grundsätzlich gelte: Je größer die Sicherheit, desto geringer die Zinsen. Der Basiszinssatz von 4,99 Prozent liege aber um 0,5 bis 0,75 Prozent unter dem der Mitbewerber und daher sehr günstig für die interessierten Einzelhändler.
An der Erstauflage des Programms hatten rund 150 Händler teilgenommen. Der Anteil aus Kamp-Lintfort war mit 20 Prozent sehr hoch. In Duisburg machten vor allem kleinere und mittlere Unternehmen aus den Stadtbezirken davon Gebrauch. Meist ging es um Erweiterungen, Um- oder Neubau, neue Fahrzeuge oder Investitionen in die EDV. Im Durchschnitt lag die Kredithöhe damals zwischen 40 000 und 50 000 Euro. „Wir haben die Erwartung, hiermit einen Teil zur Stadtentwicklung beizutragen“, erklärte Tomalak.
Wieder Oberzentrum
„Duisburg muss beim Handel wieder das schaffen, was dem MSV versagt blieb: in der ersten Liga mitspielen“, erklärte Verbandsgeschäftsführer Wilhelm Bommann. Die jüngste Entwicklung mit den City-Projekten unterstütze das Vorhaben, Duisburg wieder als Oberzentrum zu etablieren. Als bestes Beispiel bei der Auswirkung des Kreditprogramms nannte Bommann den Inhaber eines Meidericher Fotogeschäfts, der als Existenzgründer begonnen habe und nun schon zwei weitere Filialen in Stadtteilgeschäften eröffne.
Unterschiedliche Branchen
Vor zwei Jahren nutzten viele Händler aus unterschiedlichen Branchen das Programm, unter anderem auch Lebensmittelläden, Friseurgeschäfte, Bäckereien und Reisebüros.
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