Beklemmende Aufnahmen bei Youtube: Internet-Videos zeigen unhaltbare Zustände
zuletzt aktualisiert: 26.07.2010 - 17:10Die Internetgemeinde trauert um die Opfer der Massenpanik in Duisburg. Doch die User wollen auch Aufklärung: Wie konnte es zu einem solchen Unglück kommen? Auf dem Videoportal Youtube haben Augenzeugen Filme veröffentlicht, die ein wenig Aufschluss geben: Sie zeigen die gespannte Stimmung vor der Panik - und dass die Ordnungskräfte schon lange vorher die Kontrolle verloren hatten.
Bei der Massenpanik auf der Loveparade sind 20 Menschen ums Leben gekommen. Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass dieses Unglück vermeidbar war. Allein die Videos auf Youtube zeigen, dass die Zustände an dem Tunnel vor dem Eingang zum Gelände unhaltbar waren. Die Menschen standen dicht gedrängt, hatten keine Ausweichmöglichkeiten. Und die Ordnungskräfte konnten den Menschenfluss nicht lenken.
Noch während der Veranstaltung erschienen beispielsweise bei Facebook erste Fotos, die das Ausmaß des Gedränges dokumentierten. Viele dieser Bilder wurden mittlerweile wieder entfernt.
Auch an anderen Stellen im Internet ist das Unglück Thema. Die Betreiber des Portals www.loveparaderavercount.de bezweifeln diese Angaben. "Der stellvertretende Polizeipräsident hat auf der Pressekonferenz behauptet, dass nur ca. 150.000 Besucher auf der Loveparade 2010 in Duisburg waren! Das kann niemand glauben, der dabei gewesen ist! Helft mit die genauen Zahlen zu ermitteln und die Besucher zu zählen", steht mit weißer Schrift auf schwarzem Grund im Internet.
Darunter befindet sich ein kleiner Link, der durch einen Klick den Besucherzähler steigen lässt. "Bitte seid ehrlich und klickt nur auf den Link, wenn Ihr wirklich auf der Loveparade 2010 in Duisburg wart", steht dazu geschrieben. Zudem befindet sich auf der Seite ein Kondolenzbuch mit mehreren hundert Einträgen.
Auch auf der Seite www.kondolenzbuch-online.de haben bereits weit mehr als 100 Menschen ihre Gedanken und Gefühle niedergeschrieben. So schreiben Sven und Maria aus Straubing: "Wir sprechen hiermit unser tiefstes Beileid allen Angehörigen, den Verletzten und den Verstorbenen aus. Die Loveparade wurde geboren um Menschen Freude und Spaß an der elektronischen Musik zu bereiten."
Und auch bei Facebook gibt es bereits mehrere Seiten, auf denen Internet-Nutzer ihr Bedauern aussprechen. Mit der Seite "In Gedenken an die Opfer der Loveparade 2010" haben sich bereits mehr als 2100 Facebook-Nutzer verknüpft.
Und sogar in Tschechien wird den Opfern der Loveparade 2010 gedacht.
Die Szene-Plattform www.tonight.de entschied sich kurzfristig, aus Respekt vor den Verstorbenen keine Bilder der Loveparade zu veröffentlichen. So zeigt die Startseite erstmals kein Bild mit feiernden Menschen, sondern einen schwarzen Hintergrund. Und auch das Album zur Loveparade blieb leer.
Die Webseite zur Loveparade ist am Tag nach der Tragödie umgestaltet worden. Sie zeigt eine schwarze Trauerbekundung, ist wegen des öfentlichen Interesses aber völlig überlaufen.
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