Duisburg: Investition in die Zukunft
VON ANNIKA MATHEIS - zuletzt aktualisiert: 09.01.2008Duisburg (RPO). Seit dem Eigentümerwechsel Mitte 2007 hat die Brack Capital Gruppe in den ehemaligen LEG-Wohnungen in Friemersheim mit der Renovierung begonnen. Besonders der Hausmeister ist bei den Anwohnern beliebt.
Noch vor etwa anderthalb Jahren gab es in Friemersheim einen Ort, den die Menschen lieber gemieden haben. Wohnen in den alten LEG-Wohnungen an der Kronprinzen-, Krupp-, oder Scharnhorststraße? Undenkbar! Die Fassaden schmutzig und von undefinierbarer Farbe, die Hausflure ausgestattet mit Uralt-Linolbelag und ausgetretenen Holzstufen.
Im Juli 2007 folgte dann die Wende: Die Brack Capital, ein internationaler Immobilieninvestor, der sich auf den Erwerb, die Verwaltung und die Entwicklung von Immobilien weltweit spezialisiert hat, übernahm die 307 Wohnungen von der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). Seit dem Erwerb der Wohnungen wurden bis heute 200 000 Euro investiert. Neben der „Reorganisation des Müllkonzeptes und der Gartenpflege, werden die Treppenhäuser renoviert und notwendige Reparaturen vorgenommen“, heißt es in einer Presseerklärung der Brack Capital Gruppe. Insgesamt wurden bereist zehn Prozent des Wohnungsbestandes renoviert, heißt es weiter.
Neue Mieter
Seit der Übernahme im Juli 2007 hat die Brack Capital Gruppe in Friemersheim 60 neue Mietverträge abgeschlossen. Dies entspricht rund zehn Prozent der Gesamtvermietung.
Zur Zeit besitzt und verwaltet die Brack Capital Gruppe ein Immobilienvermögen von knapp 350 Millionen Euro.
Sehr gut kommt bei den Mietern das Hausmeisterbüro an, weiß auch der Friemersheimer SPD-Ratsherr Jürgen Fritz zu berichten. Eine eigenes Büro hat er, ist einen Großteil des Tages Ansprechpartner für die Bewohner der Siedlung. „Was ich bislang von den Anwohnern gehört habe, ist durchweg als positiv zu bewerten. Sie sind mit ihrer Wohnsituation zufriedener als noch vor einem Jahr.“, sagt Fritz. Für Fragen, Anregungen und Informationen rund um das Thema Wohnen stünden, so die Brack Capital, neben dem Hausmeister, ebenfalls neu eingerichtete Tafeln zur Verfügung.
Auch für Änne Grabowski und ihren Mann Wilhelm (Namen von der Redaktion geändert) sind gute Zeiten angebrochen. Die beiden Senioren leben seit mittlerweile 54 Jahren in der Siedlung. „Wir haben schon den Eindruck, dass die sich bemühen“, erzählt Änne Grabowski. Und die 76-Jährige fügt hinzu: „Der Hausmeister ist immer zu erreichen, ein sehr freundlicher Mensch, der auch mal kommt, um die Birne auszuwechseln“.
Allerdings: Einiges liege immer noch im Argen. Ein an den Straßenrand gestelltes Sofa, es muss kurz vor Heiligabend gewesen sein, wartet bis heute auf den Wagen der Müllabfuhr, sagt Änne Grabowski. Trotzdem ist für das Ehepaar klar: So schnell wollen sie aus ihrer Wohnung in der ersten Etage erstmal nicht ausziehen. Schließlich haben sie alles, was man zum Leben braucht in unmittelbarer Nähe: den Arzt oder den Super- und Wochenmarkt. Da stört dann auch ein altes Sofa nicht mehr so sehr.
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