Duisburg: Japanische Studenten erkunden Duisburg
VON VANESSA PUDLO - zuletzt aktualisiert: 17.08.2010Duisburg (RPO). Wem in der nächsten Zeit eine Truppe junger Japaner über den Weg läuft, der kann sich sicher sein, dass es sich bei ihnen nicht um typische Touristen handelt. 43 japanische Germanistik-Studenten gastieren nämlich derzeit am Campus Duisburg der Universität Duisburg-Essen, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. In ihren Gastfamilien, in denen die Studenten während ihrer vierwöchigen Bildungsreise leben, haben sie dann auch die Möglichkeit, ihre neu erworbenen Kenntnisse unter Beweis zu stellen und die deutsche Kultur aus erster Hand kennenzulernen.
"Die Studenten sind meist weniger an Klassikern wie Goethe oder Kafka interessiert, dafür aber umso mehr an gesellschaftlichen und kulturellen Themen", berichtet Murayama Isamitsu, Germanistikprofessor der Kwansei-Gakuin-Universität. Zusammen mit Kiyoko Ogushi, Professorin an der Universität Dokkyo, die über die größte und älteste Germanistik-Fakultät in Japan verfügt, begleiten sie die Studenten und Studentinnen auf ihrer Reise.
Die angehenden Akademiker werden, entsprechend ihren Deutschkenntnissen, verschiedene Seminare und Vorlesungen besuchen und sich auch am Singen deutscher Volkslieder versuchen, um ihre Aussprache zu trainieren.
Die Intention für ein Germanistikstudium ist unter den Studenten unterschiedlich. Manche interessiert einfach die deutsche Kultur, Megumi Yamada jedoch treibt ein ganz besonderes Ziel an: "Ich möchte später einmal in Deutschland Kunst studieren, am liebsten in Düsseldorf.
Trotz intensivem Lernens bleibt den Teilnehmern natürlich auch genügend Zeit, um die Region kennen zu lernen. So sind etwa Tagesausflüge nach Köln, Bonn und Münster geplant, die durch einen Professor für Landeskunde geleitet werden, um gezielt auf die Fragen der Studenten eingehen zu können. Auch ein Klavierabend und ein Akkordeonkonzert stehen auf dem Programm. Bei der Abschlussveranstaltung am 10. September erhalten die Studenten dann ein Zeugnis, das sie sich für ihr Studium anrechnen lassen können.
"Es soll ja schließlich keine Ferienreise sein", so Kiyoko Ogushi. Seit fast 30 Jahren besteht die Kooperation zwischen der Uni Duisburg und den japanischen Universitäten bereits und auch viele Gastfamilien nehmen schon seit zwei Jahrzehnten regelmäßig japanische Studenten bei sich auf.
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