Duisburg: Jecken feiern fieberhaft
VON DIETER KRÜSSMANN - zuletzt aktualisiert: 16.02.2010Duisburg (RPO). Achnes Kasulke wünschte sich ein ehrenvolles Andenken an ihren Angetrauten, Großmütter tanzten voller Elan und ein Unterwäsche-Vertreter gewährte tiefe Einblicke: Der Elferrat der Kolpingfamilie feierte Prunksitzung.
Jeck sein ohne Regeln
Die Kolpingfamilie Homberg will den Karneval locker nehmen – ohne Dienstgrade oder streng geordnete Hierarchie in ihren Reihen.
Ihre Veranstaltungen werden in Arbeitsgruppen organisiert. Eine Arbeitsgruppe ist etwa für die Organisation und Programmgestaltung verantwortlich, eine andere übernimmt Bühnenbau und Saaldekoration, wieder andere Mitglieder kümmern sich um den Kartenvorverkauf.
Die Prunksitzung des Elferrats ist die letzte große Sitzung vor Rosenmontag. Sie ist seit Jahren immer schnell ausverkauft.
HOmberg Ein Fieberschub erfasste die Besucher in der Homberger Glückauf-Halle: das Karnevalsfieber. Fiebrige Temperaturen herrschten schon deshalb, weil die über 1000 Gäste dicht an dicht in bunten Kostümen an den Tischen saßen. Der Elferrat der Kolpingfamilie Homberg hatte zu seiner Prunksitzung eingeladen, zur letzten aller Großveranstaltungen im Raum Duisburg vor dem Rosenmontag. Das Motto lautete: "Jeck durch die Zeit".
Präsident Jürgen Willems präsentierte ein Programm, das vom Valentinstag bis in den Rosenmotag hinein dauerte. In Homberg müssen die Narren Kondition haben, denn so ein Programm dauert meistens über fünf Stunden.
Der lustige Jo und die Ehe
Traditionsgemäß begannen die Swinging Fanfares aus Düsseldorf mit Karnevalhits als Eisbrecher. Allein das machte schon Stimmung. Bekannte Künstler aus den Karnevalshochburgen sowie die Eigengewächse begeisterten dann den ganzen Abend.
"Der lustige Jo" klagte beispielsweise nicht nur über seine Ehe, sondern erzählte auch über das Liebesleben von Oma und Opa. Viel Freude bereiteten die Showtänze der drei Garden der KG, die viel Beifall erhielten. Aus Mönchengladbach kam die Gruppe "Dröpkes", die den Saal mit Liedern der Höhner zum Kochen brachte.
Umjubelt wurde der Auftritt des "Lokalmatadors" Klaus Rupprecht mit seinem Affen Willi. Seine Bauchredner-Späße sind bundesweit bekannt. Freche Sprüche wie: "Kennst du die Blumenhochzeit? Nach einem Jahr ist sie verwelkt und er verduftet", oder: "Wie heißen die berühmten drei Worte? Antwort: Wat – schwanger? Tschüss!" strapazierten die Lachmuskeln. Das ging bei "Top-Moppel" Achnes Kasulke weiter. Die "Zugezogene", wie sich die "letzte deutsche Putzfrau vor der Autobahn" bezeichnet, erzählte allerhand Dönekes von ihrem Mann. Der habe den Wunsch, auf einem Aldi-Parkplatz beerdigt zu werden, da sie dort ja sowie zweimal in der Woche hinfahre.
Raketen für die Rheinperlen
Gespannt wurden die "Tena Ladies" aus den eigenen Reihen der Gesellschaft erwartet. Die acht "Ommas" feierten Premiere mit ihrem Auftritt. Und sie wirkten gar nicht so alt: Nach einem gekonnten Strip bewegten sie sich temperamentvoll und zeigten, dass sie das Tanzen gelernt hatten. Für sie gab es Riesenjubel. Schön war auch die Slap-Einlage von "Mister Feinripp", einem Unterhosen-Vertreter, der Anekdoten über seinen Verkäufer-Alltag mit der Wäsche vortrug.
Erwähnenswert waren auch die Auftritte der Homberger Sternchen, der Rheinperlen und der Showtanz der Galaxy-Dancers. Jede Menge Raketen wurden an diesem Abend abgefeuert – ein Beweis dafür, dass in Homberg begeistert Karneval gefeiert wird.
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