Duisburg: Jubel und ein Gläschen Sekt
VON ANJA STREICHAN - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Duisburg (RPO). Nach mehr als einem Jahr voller Angst kann die Belegschaft der Duisburger Karstadtfiliale aufatmen. Mit dem Kauf von Investor Nicolas Berggruen sind dort 120 Arbeitsplätze wieder sicher.
In der Karstadtfiliale Forum war die Stimmung gestern bestens. Um kurz nach 12 Uhr gab Filialgeschäftsführer Klaus-Peter Kundörfer in einer Durchsage bekannt, dass der Kauf der Warenhauskette durch den Investor Nicolas Berggruen endlich unter Dach und Fach ist. Kunden wie Mitarbeitern entfuhr bei dieser Nachricht ein Jubelschrei. Andere Mitarbeiter lagen sich mit Tränen in den Augen in den Armen und stießen mit einem Gläschen Sekt auf den Erfolg an. "Als ich die gute Nachricht hörte, ist mir ein unglaublich großer Stein vom Herzen gefallen. Momentan fühle ich mich immer noch wie gelähmt und kann das alles nicht fassen", sagte Verkäuferin Sylvia Bongartz und strahlte dabei ungläubig über das ganze Gesicht.
Die 120 Mann starke Belegschaft in Duisburg hatte länger als ein Jahr um ihre Arbeitsplätze gebangt und gekämpft. Als im Juni 2009 die Insolvenz des Konzerns bekannt wurde, setzten sich die Mitarbeiter und Kunden mit Unterschriftenlisten und Demonstrationen für den Erhalt von Karstadt ein. Mit der Einigung zwischen dem Karstadt-Vermieterkonsortium und Investor Berggruen hat nun auch für die Duisburger Belegschaft "eine lange Zitterpartie ein Ende", so Filialgeschäftsführer Klaus-Peter Kundörfer.
Besonders die vergangene Woche war schwierig für die Mitarbeiter. "Ständig hat man etwas anderes in den Nachrichten gehört. Man wusste nicht, ob man in einem Monat Hartz IV beantragen muss oder bis zur Rente bei Karstadt bleiben kann", beschreibt Betriebsratsvorsitzende Rita Rodenbücher die Zeit der Ängste und Ungewissheit. "Oft hat man gar nicht mehr an einen guten Ausgang geglaubt." Daran, dass Nicolas Berggruen angekündigt hat, einige konzeptionelle Änderungen der Karstadtmärkte vorzunehmen, dachte in der Duisburger Filiale gestern noch niemand. Klaus-Peter Kundörfer dazu: "Unser Haus ist ein sehr moderner Standort, trotzdem wollen wir uns weiterentwickeln."
Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, wertete die Entwicklung als Gewinn für die Stadt: "Karstadt ist ein Kundenmagnet und beeinflusst die Innenstadtentwicklung und den Einzelhandel positiv.
Mehr zur Karstadt-Rettung unter www.rp-online.de/duisburg
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