Duisburg: Junge Forscher kommen zurück
zuletzt aktualisiert: 21.04.2011Duisburg (RPO). Prof. Dr. Sebastian Kaiser und Prof. Dr. Tina Kasper haben ihre wissenschaftliche Karriere in Kalifornien abgebrochen, um fortan an der Universität Duisburg-Essen zu arbeiten. Das NRW-Rückkehrerprogramm lockte.
Sie sind junge Spitzenwissenschaftler und hatten die besten Arbeitsbedingungen an einem der größten und renommiertesten Institute für Energie- und Verbrennungsforschung in Kalifornien. Jetzt sind sie dennoch an eine deutsche Universität zurückgekehrt, um hier ihre wissenschaftliche Karriere fortzusetzen: Prof. Dr. Sebastian Kaiser (37) und Prof. Dr. Tina Kasper (35) haben sich für die Universität Duisburg-Essen (UDE) entschieden. Sie gehören zu den drei Wissenschaftlern, die in diesem Jahr über das NRW-Rückkehrerprogramm an eine nordrhein-westfälische Uni wechselten.
Gutes Arbeitsklima
1,25 Millionen Euro
Das Land unterstützt die Spitzenwissenschaftler für ihre Arbeit mit bis zu 1,25 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zeigte sich erfreut, dass sich die beiden jungen Professoren für die Universität Duisburg-Essen entschieden habe. Das sei ein Gewinn für die nordrhein-westfälische Hochschullandschaft.
"Die kooperative und freundliche Atmosphäre hat mich gleich angesprochen. Das fächervernetzende Arbeitsklima ist höchst inspirierend, und die Ausstattung kann sich international messen lassen", so Prof. Dr. Sebastian Kaiser, der von den Sandia National Laboratories im kalifornischen Livermore kommt. "Vom Institutsleiter bis zum Rektor, alle haben an einem Strang gezogen, um uns an die Uni zu bekommen", bekräftigt Prof. Tina Kasper. Die beiden Verbrennungsexperten fassten schnell Fuß im Institut für Verbrennung und Gasdynamik (IVG) in der UDE-Fakultät für Ingenieurwissenschaften. Das Institut mit rund 50 Mitarbeitern wird von Prof. Dr. Christof Schulz geleitet. Sie beschäftigen sich mit einem breiten Themenspektrum von Verbrennungsprozessen bis hin zur Nanomaterialsynthese in der Gasphase. Prof. Schulz ist Sprecher des Centers for Nanointegration (CeNIDE) und des NanoEnergieTechnikZentrums (NETZ) an der UDE.
Prof. Sebastian Kaiser wuchs in Krefeld auf. Sein Diplom als Ingenieur legte er an der RWTH Aachen ab und wurde anschließend an der Yale University durch eine Arbeit über optische Messtechniken in Energiewandelsystemen promoviert. Seit 2005 arbeitete er an der Combustion Research Facility, einem fächerübergreifenden Institut für Verbrennungsforschung der nationalen Sandia Forschungslabors in Kalifornien. Nun wechselte er auf eine Professur für Laserbasierte Messverfahren in reaktiven Strömungen an der UDE.
Waren in USA Arbeitskollegen
Prof. Tina Kasper ist Westfälin, studierte Chemie an der Uni Bielefeld und wurde mit Bestnote für die Anwendung massenspektrometrischer Messmethoden bei der Flammenanalyse promoviert. 2007 wechselte sie als Postdoc-Forscherin an die Sandia Labors, um sich hier vertieft mit der Thematik auseinanderzusetzen. Am renommierten Forschungsinstitut SRI International beschäftigte sie sich außerdem mit der schnellen chemischen Analyse von Gasproben. Nun ist sie Professorin für Massenspektrometrie in reaktiven Strömungsprozessen an der UDE.
"Wir waren zwar schon in Sandia Arbeitskollegen an der Combustion Research Facility, aber so eng wie hier haben wir noch nie zusammengearbeitet", so Prof. Kaiser. Beide hatten sich unabhängig voneinander um für das nordrehin-westfälische Rückkehrer-Programm beworben und erst im Verlauf des Verfahrens von den anderen Mitbewerbern erfahren. "Ich freue mich, dass wir uns dann auch noch beide für die gleiche Uni entschieden haben, denn ich denke, wir werden gut zusammenarbeiten", meint Prof. Kasper.
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