Duisburg: Jungs und Mädels unter sich
VON JULIA HAGENACKER - zuletzt aktualisiert: 26.04.2007Duisburg (RPO). An der Wedauer GGS Am See standen in dieser Woche Projekttag an. Getanzt, gekickt, gelauscht, gelesen, gemalt, geschrieben, gekocht und geputzt wurde klassenübergreifend, in Zwanzigergruppen, allerdings – nach Geschlechtern getrennt.
Eines ist mal hundertprozentig sicher, um Jordan (8), Kevin (8) und die anderen Jungs aus der Projektgruppe „Haushaltpass“ werden sich die Mädels später reißen. Denn Jordan, Kevin und die anderen können, was viele Männer bis ins hohe Alter nicht lernen: waschen, bügeln, Betten machen und Knöpfe annähen – alles Qualitäten, die extrem gefragt sind beim weiblichen Geschlecht. Gut also, dass es so etwas wie Schul-Projekttage gibt.
Vier Schultage lang hatten die Kinder der Wedauer Gemeinschaftsgrundschule Am See in dieser Woche Zeit, um etwas Nützliches fürs Leben zu lernen. Ganz verschiedene Sachen waren das, aus den verschiedensten Bereichen. Getanzt, gekickt, gelauscht, gelesen, gemalt, geschrieben, gekocht und geputzt wurde klassenübergreifend, in Zwanzigergruppen, allerdings – streng nach Geschlechtern getrennt.
„Im Moment wird so viel über getrennten Unterricht geredet, da dachten wir, wir probieren das während der Projekttage einfach mal aus“, sagt Schulleiterin Heike Babiel-Grandke. Fakt sei: Mädchen wie Jungen arbeiteten unter sich oft ganz anders, manchmal sogar effektiver, als in der gemischten Klasse. Mühe geben hätten sich alle, aber bei den einzelnen Aufgaben kamen zum Teil ganz unterschiedliche Ergebnisse heraus.
Zum Beispiel beim Thema „Wir erobern einen Planeten“, einem musik- und tanzpädagogischen Projekt. Eine Fantasie-Reise zu einem anderen Stern, die die Kinder durchleben sollten, hatte sich Lehrerin Ursula Walter ausgedacht: „Zur Aufgabenstellung gehörte es auch, sich zu überlegen, wie die Häuser auf so einem Planeten aussehen könnten. Die Mädchen malten einen Dorfbrunnen und ein Gemeinschaftshaus, die Jungs wollten lieber einen Swimmingpool.“
Es gehe auch darum, die Kinder aus dem gängigen Geschlechter-Schema herauszuholen, sie auch mal Dinge ausprobieren zu lassen, auf die sie von alleine vielleicht überhaupt nicht kämen, sagt Heike Babiel-Grandke. Mädchen spielen Fußball und werkeln, Jungen tanzen und putzen – warum nicht? Jordan, Kevin und die anderen aus der Haushaltsplan-Gruppe wissen jetzt jedenfalls, wie man einen richtig leckeren Obstsalat zubereitet. Und das kann für die Zukunft nun wirklich nicht schaden.
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