Duisburg: Kabarett und witzige Musiker
VON SONJA BROWATZKI - zuletzt aktualisiert: 17.05.2010Duisburg (RPO). Die Volksbank präsentierte in der Rheinhausenhalle ein wunderbares Zusammentreffen von Kai Magnus Sting, Uli Masuth und dem Johann Strauß Ensemble der Duisburger Philharmoniker.
Rheinhausen "Kabarett meets Klassik" hieß das ungewöhnliche Programmpaket, das 500 Besucher in die Rheinhausenhalle lockte. Die Volksbank Rhein-Ruhr hatte geladen und präsentierte einen Abend voll mit "Moraltheologie, gutem Benehmen, wunderbarer Musik und Politik", wie Kabarettist Kai Magnus Sting am Ende der Veranstaltung zusammenfasste. An seiner Seite agierte der Ex-Friemersheimer und inzwischen Wahl-Weimarer Uli Masuth, der nach einem Jahr Abstinenz endlich wieder einmal in Rheinhausen zu Gast war. Für die musikalische Seite sorgte das sechsköpfige "Johann Strauß Ensemble" der Duisburger Philharmoniker.
Artistische Musiker
Ob in Dialogen oder als Solisten, beide Kabarettisten entlockten dem Publikum einen vorzüglich amüsierenden Abend. Auch die Philharmoniker lieferten neben moderner und klassischer Musik humoristische Einlagen. So performten sie "Shardash" von Monti mit "falschem Instrument", denn anstelle der Geige spielten Kontrabass und Bratsche. Unter vollem Körpereinsatz lehnte sich der Kontrabassist über sein Instrument, um die entsprechenden Noten zu erreichen und bewies dabei schon fast akrobatisches Talent.
Verrechnet
Uli Masuth widmete sich aktuell Brisantem nicht immer mit der erwarteten Resonanz. Er erkannte schon selbst, wenn bei seinen markigen Sprüchen den Zuschauern das Lachen kurz zu verstocken drohte. "Jetzt haben wir 'ne Kirche von oben, von unten und von hinten", sorgte nicht gerade für schallendes Gelächter, doch Masuth bilanzierte selbst. "Ich weiß, eine ziemlich geschmacklose Bemerkung, aber trifft die Sache auf den Punkt." Andere Sprüche entlockten jedoch sogar Zwischenapplaus, so zur Griechenlandhilfe; "Archimedes, Pythagoras, Euklid und wie die Jungs alle heißen – da wird ja die Frage erlaubt sein, ob die sich nicht damals schon verrechnet haben. Ich jedenfalls hatte im Matheunterricht immer etwas anderes raus – vielleicht zurecht".
Hömma
Sting hatte es hingegen auf die typischen Eigenarten der Ruhrgebietssprache abgesehen. Sprachforschung á la Sting analysierte das bekannte "Hömma", welches sich fast an jedem Satzanfang im Ruhrgebiet prima macht und brachte das Publikum dazu, einen Satz vom Kunden beim Metzger zu wiederholen ("Tun se mich ma den Gehacktem."), "damit sie auch mal ein Gefühl für sich bekommen". Doch eigentlich liegt Sting ebenso wie dem Veranstalter Volksbank Duisburg am Herzen, das "schäbbich, aber keinesfalls hässlich ist". Schäbbich sei eine schöne Form der Abartigkeit. "Und sobald jemand den Mund aufmacht, denke ich: Jawoll, hier bisse zu Hause!"
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