Duisburg: Kämpferisch und integrativ
VON NILS HERRMANN - zuletzt aktualisiert: 05.02.2009Duisburg (RPO). rheinhausen Einen schöneren Start in Amt und Würden hätte sich Bernd Pelny nicht wünschen können: Einstimmung wurde der 47-Jährige zum Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Margarethensiedlung (IGMS) gewählt.
Unsere Serie
In regelmäßigen Abständen wollen wir Menschen aus dem Duisburger Westen einladen, um mit ihnen über Angelegenheiten zu sprechen, die das öffentliche Leben in den Bezirken bestimmen. Das können sowohl Politiker als auch Vertreter von Vereinen, Verbänden und sonstigen Einrichtungen sein. Wenn Sie vorbei kommen wollen, melden Sie sich einfach unter Tel. 02065 302322.
Seine Vorgängerin Ingrid Lenders, die zwölf Jahre lang die Geschicke des 300 Mitglieder zählenden Vereins leitete, war aus persönlichen Gründen nicht erneut angetreten.
In der ersten Vorstandssitzung nach Lenders wurde jetzt über die künftige Marschrichtung beraten. Die größte Herausforderung sieht Pelny hiernach in der andauernden Auseinandersetzung der Siedler mit der Unteren Denkmalbehörde. "Seit 30 Jahren kämpfen wir gegen die Auflagen der Gestaltungssatzung", berichtet Pelny. Als Krupp die Werkswohnungen 1979 verkaufen wollte, schlossen sich die Margarethensiedler zusammen, um ihre historischen Wohnquartiere zu erhalten.
Zeitgleich wurde die Siedlung vom Landeskonservator unter Denkmalschutz gestellt. Seither gibt die Untere Denkmalbehörde den Bewohnern vor, wie das Erscheinungsbild ihrer Eigenheime aussehen soll. "Viele Siedler sehen das nicht ein", erklärt Pelny, der auch schon Ärger mit der Behörde hatte. "Ginge es nach denen, dürfte man beispielsweise keine Wärmedämmung anbringen oder Doppelglasfenster einbauen."
Politik ansprechen
"Ich will den mittlerweile guten Dialog mit der Denkmalbehörde fortzuführen und unsere Anliegen vermitteln", betont der erste Vorsitzende. Um den Interessen der Margarethensiedler mehr Gehör bei der Stadt Duisburg zu verschaffen, will sich Pelny an die Politik wenden. Anders als Lenders, die offen als Mitglied der SPD auftrat, will ihr (parteiloser) Nachfolger "alle demokratischen Parteien" ansprechen. Dies sei nötig, um das Durchzussetzen, was den Siedlern unter den Nägeln brennt. Da ist zum Beispiel die unbefriedigende Verkehrssituation. "Trotz Umgehungsstraße fahren immer noch zu viele Lkw über Margarethen- und Atroper Straße", weiß Pelny.
Weiterhin setzt der selbstständige Versicherungsagent auf eine "Revitalisierung der Nachbarschaftshilfe", eine bessere Einbindung der vielen Margarethensiedler mit Migrationshintergrund und eine Fragestunde für Siedler, die allmonatlich vor jeder Vorstandssitzung stattfinden soll. "Jeder Bewohner der Siedlung kann dabei sein Anliegen vortragen", erläutert Pelny. Eine vorherige Anmeldung beim Vorstand sei erwünscht.
Damit auch Neuankömmlinge schnell in der Margarethensiedlung heimisch werden, will Pelny einen "Welcome-Service" einführen. Hierbei tritt die IGMS als Ansprechpartner auf, gibt Orientierung, verschafft Anschluss und vermittelt mit der Unteren Denkmalbehörde.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






