Duisburg: Kameras auf Bahnhöfen
VON HILDEGARD CHUDOBBA - zuletzt aktualisiert: 01.12.2007Duisburg (RPO). Mit Videoüberwachung auf den Bahnhöfen sollen Sicherheit und Sauberkeit steigen. Die CDU im Verkehrsverbund will sich dafür stark machen.
Abgänge, die nach Urin stinken, Fahrkartenautomaten, die zerstört oder beschmiert sind, Treppenaufgänge, in denen sich Graffiti-Schmierer verewigt haben – jeder, der schon mal mit S-Bahnen im Stadtgebiet gefahren ist, kennt solche Situationen an den Bahnhöfen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr will die Situation verbessern.
„Ab 1. Januar haben wir dazu theoretisch die Möglichkeit“, sagt Frank Heidenreich, Vorsitzender der CDU im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und Ratsmitglied in der Stadt. Ab dann kann der VRR die Mittel bewilligen, die das Land bereit stellt, um Bahnhöfe zu bauen, umzubauen oder weiterzuentwickeln. Schon jetzt zahlt der VRR jährlich 52 Millionen Euro an die Deutsche Bahn, damit diese die Haltestellen in einen ordentlichen Zustand versetzt. In der Summe enthalten ist die Gebühr, die der VRR für die Nutzung der Bahnhöfe zu entrichten hat. Und das ist am Bespiel Duisburgs wahrlich keine kleine Summe. Berechnunggrundlage ist die Zahl der haltenden Züge. Im Hauptbahnhof beispielsweise waren es in diesem Jahr 14,95 Euro für jeden haltenden Zug. Täglich steigen hier 41 000 Menschen ein und aus. An den anderen S-Bahn-Stattionen beziehungsweise Bahnhöfen fallen im Schnitt jeweils 2,82 Euro an.
Fahrgäste
Der VRR nutzt in Duisburg 13 Bahnhöfe der Deutschen Bahn. Hier die täglichen Fahrgastzahlen:
Hauptbahnhof 41 013; Im Schlenk, Wanheimerort 652; Bissingheim 609; Buchholz 1220; Entenfang 225; Großenbaum 2590; Hochfeld-Süd 237; Meiderich-Ost 354; Meiderich-Süd 1226; Obermeideich 399; Rahm 935; Ruhrort 956; Wedau 378.
Anbetracht der Summe, die jedes Jahr auf das Bahn-Konto vom VRR überwiesen werden muss, ist Heidenreich mit dem Zustand der Stationen nicht sonderlich zufrieden. „Schon jetzt wäre es Aufgabe der Bahn, diese in Ordnung zu halten. Aber ich sehe an vielen Stellen erheblichen Verbesserungsbedarf.“ So müsste beispielsweise die Haltestelle am Schlenk in Wanheimerort dringend einen Behindertenaufgang bekommen. An anderen Stellen kritisiert Heidereich, dessen CDU-Fraktion im VRR die Mehrheit hat, dass sich die Bahn nicht ausreichend genug um Reinigung und Pflege ihrer Anlagen kümmert. „Wir wissen, dass die Bahnhofseinrichtungen häufig beschmiert und zerstört werden. Durch Überwachungskameras ließe sich das in den Griff bekommen.“ So sei nachgewiesen, dass das Mobilar in Bahnhöfen mit Videoüberwachung seltener zerstört oder verdreckt wird.
Der Duisburger VRR-Fraktionschef kündigte im Gespräch mit der RP an, dass mit Jahresbeginn stärker daran gearbeitet wird, zumindest die Sicherheit auf den Bahnhofen zu verbessern. „Wir wollen überall Videoüberwachung“, fordert er.
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