Duisburg: Kampf um Bäume und die Obermauerschule
zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Duisburg (RP). "Lasst unsere Bäume leben", steht in großen Buchstaben auf den Betttüchern, die seit einigen Tagen zwischen den Bäumen an der Obermauerstraße hängen.
Die Forderung kommt von den Schülern der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule an der Obermauerstraße. Seit die dortigen Bäume von der Stadt mit roten Farbpunkten versehen wurden, fürchten die Kinder, dass die 21 Bäume auf ihrem Schulgelände schon bald gefällt werden. "Eine endgültige Entscheidung, ob die Bäume überhaupt gefällt werden dürfen ist noch gar nicht gefallen", sagt Peter Hibrands, Pressesprecher der Stadt.
Da viele der betroffenen Bäume unter die Baumschutzsatzung fallen, musste die Stadt zunächst das Umweltamt über das Vorhaben informieren, so Hilbrands. Er gehe davon aus, dass das Umweltamt, wie in solchen Fällen üblich, zunächst die Bezirksvertretung Mitte einschaltet. Diese muss entscheiden, ob die Bäume tatsächlich gefällt werden dürfen.
Grund für die angeregte Baumfällung ist der eventuelle Bau des Mercator Quartieres. "Bevor dort die Bagger rollen können müssen Archäologen die Lage sondieren", erklärt Hilbrands. Denn in diesem Bereich werden zum einen Reste der mittelalterlichen Stadt vermutet, zum anderen soll das Wohnhaus von Gerhard Mercator in der Straße gelegen haben. "Die Archäologen haben für ihre Arbeit die Fällung gewünscht", sagt Hilbrands.
Ursula Schwutke, Schulleiterin der betroffenen Grundschule, hält diese Arbeiten für verfrüht: "Es ist noch nicht einmal über die Investoren für das Quartier entschieden worden, und hier sollen schon die Bagger kommen." Lehrerschaft, Schülern und Eltern ginge es mit der Plakataktion darum, die Grünanlagen so lange wie möglich zu erhalten. "Hier stehen so viele herrliche Kastanien, die Kinder sollen auch im Sommer noch die Möglichkeit haben, dort zu spielen", so die Schulleiterin. Wenn erst mal Investoren gefunden seien, bräuchten diese ja auch noch Planungs- und Vorlaufzeit, so dass die archäologischen Arbeiten auch dann noch durchgeführt werden könnten, ist Schwutke überzeugt. Bei den Protesten geht es aber nicht allein um den Erhalt der Bäume, sondern auch um den der Grundschule.
"Wenn jetzt die Bagger kommen ist das für unsere Eltern ein Zeichen, dass die Schule abgerissen wird. Das wollen wir vermeiden", betont Schwutke ausdrücklich. Denn auch über die Zukunft der Gemeinschaftsgrundschule an der Obermauerstraße ist noch nicht entschieden worden. Schwutke ist davon überzeugt, dass im Stadtzentrum eine Grundschule benötigt wird: "Wo sollen denn die Kinder aus den geplanten Wohnanlagen im Mercator Quartier sonst hingehen?" Bis zu einer endgültigen Entscheidung wird die Schule daher weiter kämpfen. Um ihre Bäume und um ihre Existenz.
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