Duisburg: Kampfansage an den Feinstaub
VON PETER KORTE - zuletzt aktualisiert: 14.08.2008Duisburg (RPO). Die Umweltzone wird in Duisburg zum 1. Oktober eingerichtet, aber erst im Januar 2009 kommt ein „Knöllchen“ hinter die Windschutzscheibe. Luftbelastung soll um ein bis zwei Mikrogramm zurückgehen. 400 zusätzliche Schilder müssen aufgestellt werden.
400 Schilder
In Duisburg müssen wegen der rund 50 Quadratkilometer großen Umweltzone 400 Hinweisschilder aufgestellt werden.
Die Plaketten (5,50 bis zehn Euro) gibt es in Werkstätten, bei Dekra und TÜV sowie online bei der Stadt Duisburg (nach der Überweisung).
Infos: www.duisburg.de.
Noch hat sie nicht jeder, aber demnächst braucht sie jeder, sonst werden 40 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig: die Feinstaubplakette in rot, gelb oder grün fürs Auto. Denn für Autofahrer „ohne“ ist die Umweltzone innerhalb Duisburgs tabu. Viele Ausnahmen gibt’s und auch eine Schonfrist. Eingerichtet wird die Umweltzone ab 1. Oktober 2008, doch bis zum 1. Januar 2009 wird (kostenfrei) verwarnt, erst danach kommt das Knöllchen hinter die Windschutzscheibe. Über den Luftreinhalteplan „Ruhrgebiet West“ (Duisburg, Oberhausen, Mülheim und Essen), über Feinstaubbelastungen und die Umweltzone in Duisburg, die beispielsweise Homberg und Rheinhausen nicht mit einbezieht, informierten gestern Stadtdirektor und Umweltdezernent Dr. Peter Greulich und Umwelt-Abteilungsleiter Dr. Thomas Griebe.
Industrie als Hauptverursacher
Um ein bis zwei Mikrogramm (Mükrogramm / ein millionstes Gramm) wird sich schätzungsweise die Feinstaubbelastung durch die verkehrlichen Maßnahmen verringern. Das hört sich nicht nach einem großen Erfolg an, aber der Straßenverkehr schlägt auch nur mit zehn Prozent Feinstaubbelastung zu Buche. 90 Prozent machen die Industrie und der Hausbrand aus. Deshalb geht die Forderung des Duisburger Rates unter anderem auch dahin, dass die Sinteranlagen und Hochöfen in Schwelgern den Sanierungsmaßnahmen zuzuordnen sind, und dass von der Bezirksregierung „weitere Maßnahmen bezüglich der Industrie einzufordern sind“.
Auch weniger Stickoxide
Die Duisburger Industrie verursacht jährlich 7000 Tonnen Feinstaub, der Autoverkehr 250 Tonnen. Zurückgehen sollen übrigens auch die Stickoxidbelastung und zwar um drei bis vier Mirkogramm. Ausgenommen von der Duisburger Umweltzone sind neben den Autobahnen alle nicht öffentlichen Privat- und Werksgelände sowie die Hafenflächen (Logport und Duisport). Anträge für eine zumindest vorläufige Befreiung können Anwohner und Gewerbetreibende bestellen. Für die weitere Verringerung der Feinstaubbelastung wird es auch stadtbezogene Maßnahmen geben. Als Beispiele wurden gestern u. a. die Weiterentwicklung des Verkehrsleitsystems, eine spezielle Straßenreinigung genannt sowie gezielte Bürgerinformationen über energetische Gebäudesanierung genannt. Auch sollen viele zusätzliche Bäume im Stadtgebiet gepflanzt werden.
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