Duisburg: Karneval in Serm: Hubertinnen sagen ade
VON GABI ADRIAN - zuletzt aktualisiert: 14.02.2010 - 17:36Duisburg (RPO). Tausende Narren haben sich am Sonntagnachmittag den 62. Karnevalsumzug in Duisburg-Serm angesehen. Es gab wieder Ärger an der Herz-Jesu-Kirche.
Eis, Schnee und klirrender Kälte zum Trotz haben sich am Sonntag tausende Narren den Sermer Karnevalszug angesehen. Wie eine Prozession muteten die Besucherströme an, die sich schon lange vor Beginn des Zuges sternenförmig auf das kleine Dorf im Duisburger Süden zu bewegten.
Dass der Karnevalszug in Serm schon immer ein etwas anderer gewesen ist, darin waren sich die Narren von nah und fern einig. Hier ist man ganz nah dran am Geschehen. Der Marketenderwagen, der traditionell Wurstspenden an die schunkelnden Narren verteilte, erfreute sich wieder allgemeiner Beliebtheit. Ebenso die Sermer Fußgruppen mit ihren selbstgestalteten Kostümen.
Schunkeln und tanzen hielt warm
„Kappes mit Bene” war eine von ihnen. Mit ihren Kohlkopfkostümen nahmen die Narren die RTL-Sendung „Bauer sucht Frau” auf die Schippe. Die absoluten Stars des Zuges waren die Hubertinen. Seit 32 Jahren begleiten die Ehefrauen der Hubertus-Schützen mit immer neuen fantasievollen Kostümen den Sermer Karnevalszug.
Mittlerweile sind sie in die Jahre gekommen und können die Strecke teilweise nur noch mit Rollator meistern. Gestern verabschiedeten sie sich nun aus dem Sermer Karneval und präsentierten voller Stolz noch einmal 32 Kostüme aus 32 Jahren. Vom Clown über die Indianerin, der Zigeunerin bis hin zur Moulin-Rouge-Tänzerin war alles vertreten.
Schon bald jedoch näherte sich der Höhepunkt des „Lindwurms”: Prinz Ervin II. grüßte zusammen mit Hofmarschall Dirk Martini vom rot-weißen Prunkwagen. Das Narrenvolk jubelte begeistert zurück und nahm die guten Gaben der beiden gerne an.
Der Ärger an der Herz-Jesu-Kirche blieb jedoch der gleiche. Sieben Festnahmen, sechs Platzverweise und vier Narren in der Ausnüchterungszelle waren das Ergebnis der Alkoholexzesse am Rande des Zugs. Alle anderen feierten fröhlich und hielten sich mit Schunkeln und tanzen warm.
Eis, Schnee und Kälte hin oder her wer ein echter Karnevalist ist, dem macht doch so ein bisschen Wetter nichts aus. Heinz Baltes von der K.G. Südstern, der den Zug launig moderierte, erinnerte an das Jahr 1969, in dem am Sonntagmorgen 50 Zentimeter Schnee gefallen waren und dem damaligen Prinzen Hansi Schumacher den Beinamen „Schneeprinz” eingebracht hatten.
Außerdem ging das fröhliche Treiben ja dann im beheizten Festzelt am Bremenkamp weiter, wo außer der Heizung auch noch die Partyband Popcorn der feiernden Meute einheizte.
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