Duisburg: Kartoffelbrei und Afrika
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 28.08.2008Duisburg (RPO). Am Steinbart Gymnasium sind derzeit wieder Schüler aus aller Welt zu Gast, lernen deutsche (Ess-) Kultur kennen und bringen zugleich ein Stück ihrer Heimat mit.
Schüler aus sieben Nationen sind derzeit zu Gast am Duisburger Steinbart Gymnasium. Die meisten von ihnen sind zum ersten Mal überhaupt in Deutschland - und spontan begeistert.
„Es ist sehr sauber hier“, sagt Mark Musisi Lubega aus Uganda, denn das ist ihm als erstes aufgefallen. „Und die Leute sind sehr diszipliniert“, ergänzt Dascha Burak sofort. Was die 16-jährige aus Weißrussland besonders verwundert: „In den öffentlichen Verkehrsmitteln bezahlen alle den Fahrpreis, obwohl niemand danach fragt oder es überprüft.“ Das glaubt sie zumindest! Überhaupt - der Straßenverkehr scheint die jungen Besucher besonders zu faszinieren. „Der Verkehr ist hier sehr organisiert und es sind auch nicht so viele Leute auf der Straße wie bei uns in Ägypten“, berichtet Mohamed Boraei von seinen ersten Eindrücken. Überhaupt, so vermutet er, sei das Leben in Deutschland irgendwie einfacher.
Aber auch wenn in Duisburg vieles anders ist als in den Heimatländern von Dascha, Mark und Mohamed, für Heimweh bleibt keine Zeit. „Wir haben schon den Stadtwerketurm, die Marienkirche, den Zoo und das Rathaus besichtigt“, sagt Dascha Burak.
Alle Austauschschüler wohnen in ihrer Zeit in Duisburg in Gastfamilien, die auch Kinder in ihrem Alter haben. Neben dem vielseitigen Freizeitprogramm steht Schulunterricht auf dem Programm. Einen Teil verbringen die internationalen Gastschüler zusammen mit ihren Gastgeschwistern in deren Klassen. Den anderen Teil gestaltet Gudrun Berheide, Kunstlehrerin am Steinbart Gymnasium.
„Bei mir haben sie Deutschunterricht, ich erzähle ihnen aber auch etwas von unserer Kultur und wie die Schule hier organisiert ist“, sagt sie. Ein wichtiges Thema für die Schüler sind aber auch die fremden Essgewohnheiten. „Deshalb haben wir zusammen einen Kochkurs gemacht“, sagt Berheide. Kartoffelbrei und Frikadellen standen auf dem Speiseplan.
Seit 30 Jahren gibt es den Austauschdienst des Auswärtigen Amtes (PAD), der den Gästen den Besuch in Deutschland ermöglicht. Insgesamt 450 Schüler aus aller Welt werden mit dem Programm jedes Jahr für vier Wochen an 60 verschiedenen Schulen in ganz Deutschland untergebracht. „Vom Austausch haben nicht nur die Gastschüler etwas - auch die deutschen Schüler und die Gastfamilien“, sagt Gudrun Berheide und freut sich auf den Internationalen Abend, bei dem traditionell alle Gastschüler ihr Land den Gasteltern und-geschwistern vorstellen. „Das ist immer sehr spannend, wenn etwa die Afrikaner in ihren Gewändern und mit ihren Trommeln kommen“, so Berheide.
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