Duisburg: Kegelbahn mit Tradition
VON STEPHANIE KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 27.05.2008Duisburg (RPO). Die Kegelbahn im Pfarrheim der katholischen Gemeinde St. Joseph wäre beinahe dem Rotstift zum Opfer gefallen. Doch der Wedauer Ulrich Hassel will die Institution retten. Schließlich müssen 40 Clubs betreut werden.
WEDAU. Eine ruhige Kugel kann Ulrich Hassel, wenn es um seine Kegelbahn geht, nicht schieben. Der Hausmeister und die gute Seele der Katholischen Kirche St. Joseph hat sich vorgenommen, die Bahn in Schuss zu halten. Beinahe wäre diese nämlich dem Rotstift der Kirche zum Opfer gefallen. Doch, Gott sei Dank: „Ich habe einen Weg gefunden, die Bahn weiterzubetreiben“, sagt Ulrich Hassel.
Der Mann wird die Bahn in Eigenregie verwalten. Denn aufgeben geht auf keinen Fall. „Wir haben hier so viele Kegelclubs. Manche sind schon Jahrzehnte bei uns“, erklärt Ulrich Hassel. Pastor Michael Fey von St. Joseph scheint mit dieser Lösung zufrieden. Schließlich: „Die Gemeinde muss nicht mehr für die Kosten aufkommen und die Bahn bleibt als Institution trotzdem erhalten.“
Ursprünglich war die Bahn deshalb gebaut worden. Gemeindemitglieder sollten dort für wenig Geld bowlen können und einen Platz für gesellige Runden haben. „Ein Club kommt hier schon seit 1946 her“, weiß Hassel. Schade nur: „Die Gründungsmitglieder gibt es leider nicht mehr.“ Besonders Frauen nutzten das sportliche Angebot. „Bis in die 70er durften Frauen ja nicht einfach so in die Kneipe. Das schickte sich nicht“, erinnert sich der 47-jährige Mann. Also kamen alle dorthin: zur Bahn mit Tradition. Und so soll es bleiben, fand Ulrich Hassel und stellte promt einen Antrag auf Privatwirtschaft.
Mit ungeahnten Hürden: „Man rennt von einem Amt zum nächsten“, stellte Hassel sehr schnell fest. Gewerbeschein beantragen, Anträge ausfüllen, Schutzbestimmungen einhalten. „Als ich beim Gewerbeamt war, haben gleich drei Leute über dem Formular gehangen“, erinnert sich der Mann. Keiner wusste so recht, ob Hassel nun berechtigt war oder eher nicht. Bis dann ein vierter Herr dazukam und den Anstoß in die richtige Richtung gab. Nutzungsänderung beantragen! Diese ist mittlerweile durch. Jetzt fehlt bloß noch ein neuer Notfallweg im Raum der Kegelbahn, „und dann kann’s losgehen“.
Rund um die Uhr mieten Kegelclubs die Bahn. Aus Mülheim, Krefeld und Umgebung kommen die Leute zu ihren Spielrunden zusammen. „Die wissen halt, was sie an dem Raum haben“, denkt sich der Wirt in Spee. So günstig könne man kaum irgendwo kegeln. Essen kann sich jeder selbst mitbringen oder zur Not in der vorhandenen Küche kochen. Und die Getränke kosten auch nicht viel.
Klar, dass viele im Keller des Pfarrheims ihre Geburtstage oder Jubiläen feiern möchten. Und die vielen Bilder, Wimpel und Pokale zeigen: „Die Mitglieder hängen an der Kegelbahn.“
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