Duisburg: Kein Geld – keine Sprachförderung
zuletzt aktualisiert: 06.11.2007Duisburg (RPO). Ganz unten im Keller eines Mehrfamilienhauses, die Treppe herunter, genau dort befindet sich der „Stadtteilladen Ursulastraße“, Auf 96 Quadratmetern (dafür wurden zwei Wohnungen zusammengelegt) ist hier eine „kleine, sehr feine und wichtige Einrichtung“, wie Rainer Bischoff, SPD-Landtagsmitglied, es bezeichnet, zu finden. Und nachmittags, wenn die Schule vorüber ist, ist kaum mehr Platz in den kleinen Räumen: Zu Spitzenzeiten werden dort bis zu 40 Kinder mit Migrationshintergrund betreut. Neben der Hausaufgabenbetreuung, gibt es weitere Aktivitäten, etwa Kreativangebote, oder Sprachkurse für türkische Frauen.
Einer der Schwerpunkte: Die Sprachförderung, ein ehrgeiziges und erfolgreiches Projekt, bei dem Kinder im Grundschulalter (sie kommen von der Gemeinschaftsgrundschule Werthauser Straße) im Umgang mit der deutschen Sprache gefördert werden.
Doch allen positiven Ergebnissen und Erfolgen zum Trotz: Das Sprachförderprojekt ruht derzeit. Das Problem: „Wir haben zwar die Mittel für das zweite Halbjahr 2007 rechtzeitig beantragt, bis heute aber haben wir keinen Bewilligungsbescheid bekommen“, sagte Jörg Timmermanns, Geschäftsführer der Diakonie Duisburg-West, gestern. Die Rechnung ist einfach: Kein Bewilligungsbescheid – keine Mittel – keine Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund, die diese doch anscheinend so nötig brauchen: „Es ist auffällig, dass die Kinder ganz erhebliche Defizite haben“, erklärt Karin Schiekiera, Leiterin des Stadtteilladens.
„Wir haben mehrere Anfragen gestellt, warum die Mittel noch nicht bewilligt wurden. Bislang aber haben wir noch nichts konkretes gehört“, berichtet Timmermanns. Bei einer Anfrage etwa verwies man auf die fehlende Auswertung (die ist nötig für eine weitere Bewilligung der finanziellen Mittel). Mittlerweile liegt die Auswertung – mit „außerordentlich positiven Ergebnissen“. Würden die Mittel in der nächsten Zeit bewilligt, würde die Sprachförderung wieder unmittelbar nach den Weihnachtsferien starten, verspricht Timmermanns.
Das Projekt Stadtteilladen basiert auf einer Kooperation zwischen der Jugend- und Familienhilfe Bezirksamt Rheinhausen, der Fachstelle für Wohnungsnotfälle im Amt für Soziales und Wohnen und der Diakonie Duisburg-West (sie übt die Trägerschaft aus).
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